Die Sollzinsen bei Kreditkarten

Wie bei jedem Kredit fallen auch bei einer Kreditkarte Sollzinsen an, wenn man den Kreditrahmen nutzt. Die Höhe dieser Kreditkartenzinsen belaufen sich meist auf 10 bis 20 Prozent (effektiv p.a.). Anfallen können die Zinsen nur, wenn man die Ratenzahlung nutzt. Das geht bekanntlich nur bei Revolving Kreditkarten mit echtem Kreditrahmen. Daraus ergibt sich auch: Wenn Sie den Gesamtbetrag komplett begleichen, sind keine Sollzinsen fällig.

Sollzinsen werden also nur berechnet, wenn man die monatliche Ratenzahlung gewählt hat. Die Zinsen fallen immer ab dem Tag an, an dem die Kartentransaktion durchgeführt wurde. Ersichtlich sind die Kosten in der Kreditkartenabrechnung, die am Ende des Monats erstellt wird. Kauft man also am Anfang des Monats mit der Kreditkarte ein und noch einmal gegen Ende des Monats, dann werden für die ersten Kartentransaktionen mehr Zinstage herangezogen als für die letzten.

Wenn Sie die Sollzinsen sparen wollen, dann lassen Sie Ihre Kreditkarte auf Vollbezahlung umstellen (geht bei vielen Karten direkt im Online-Bereich).  Am besten nutzen Sie auch den Lastschrifteinzug, so dass direkt der Abrechnungsbetrag von Ihrem Girokonto eingezogen wird. Auch möglich ist, dass Sie selbst eine Überweisung ausfüllen und Ihre Kreditkarte ausgleichen.

Wie hoch fallen die Sollzinsen tatsächlich aus?

Um es für Sie deutlich zu machen, welche Kosten bei diesen Zinssätzen tatsächlich anfallen, möchten wir Ihnen an einem Beispiel erläutern:

Beispiel: 1.000 Euro ausgenutzter Kreditrahmen bei 16,00% eff.p.a.

Sie haben eine Kreditkarte mit einem Effektivzinssatz von 16,00 % eff. p.a. und schöpfen den Kreditrahmen in Höhe von 1.000 Euro aus. Für die besagten 1.000 Euro müssen Sie nun – wenn Sie die Ratenzahlung aktiviert haben – die Zinskosten bezahlen. Es ergeben sich Zinskosten einschließlich Zinseszins in Höhe von 160,00 Euro im Jahr. Da aber die Kreditkartenabrechnung monatlich erstellt wird, müssen Sie die Zinsen nicht gleich für das ganze Jahr im Voraus bezahlen! Berechnet werden die Zinsen nur auf den abgerechneten Monat (30 Tage). Da aber Zinseszinsen anfallen, also Monat für Monat auch die Zinskosten selbst wieder verzinst werden, kann man nicht einfach einen Monat von 12 Monaten rechnen. Es ist also falsch, 1/12 von 160,00 Euro zu nehmen! Man benötigt dafür die Angaben zum Sollzinssatz, der unter dem des Effektivzinssatzes liegt. In unserem Beispiel liegt der Sollzins bei 14,94 % p.a. Nun können wir mit der deutschen Zinsmethode (30E/360) die Zinskosten für den ersten Monat berechnen: 12,45 €. Das heißt, nach dem ersten Monat wäre ein Betrag von 1.012,45 € an die Bank zu bezahlen. Im zweiten Monat wird nun dieser errechnete Betrag wieder mit dem Sollzins von 14,94 % verzinst. Am Ende des zweiten Monats belaufen sich die Gesamtkosten auf 1.025,06 €. Rechnet man es weiter, so ergibt sich nach 6 Monaten ein Betrag von 1.077,06 € und nach 12 Monaten schlussendlich 1.160,07 €.

Fazit: Für einen kurzen Zeitraum sind die Kosten für die Kreditzinsen gering. Wenn Sie die Ratenzahlung nutzen, sollten Sie versuchen, diese möglichst nur vorübergehend beanspruchen!

Wie können Sie die Kosten für Sollzinsen minimieren?

Vielleicht ist es Ihnen wichtig, die Kosten für die Kreditkarten-Sollzinsen niedrig zu halten. Deshalb geben wir Ihnen folgende Tipps, damit Sie viel Freude mit Ihrer Kreditkarte haben.

a) wenn Sie eine Revolving Kreditkarte haben…

1) Sorgen Sie dafür, dass Sie nach dem Tag der Kreditkartenabrechnung innerhalb der angegebenen Zahlungsfrist das Kreditkartenkonto ausgleichen.

2) Vermeiden Sie die Option der Ratenrückzahlung. Falls sich die Teilzahlungsoption nicht vermeiden lässt, dann sollten Sie den Zeitraum so kurz wie möglich halten, in dem Sie die Ratenzahlung nutzen.

3) Wählen Sie eine Kreditkarte, die Ihnen ein möglichst langes zinsfreies Zahlungsziel bietet.

4) Suchen Sie sich in unserem Kreditkarten-Vergleich eine Kreditkarte heraus, die einen günstigen Zinssatz bei den Sollzinsen hat.

5) Denken Sie darüber nach, die Kreditkarte zu wechseln und eine Charge-Karte zu nutzen. Diese werden zumeist als Komplettvariante “Girokonto mit Kreditkarte” angeboten.

6) Ziehen Sie in Erwägung, Ihr Kreditkartenkonto bereits vorab mit Geld aufzuladen und somit gleich im Guthabenbereich zu führen. Wenn Ihr Kreditkartenkonto nicht ins Minus rutscht, fallen auch keine Sollzinsen an. Bei vereinzelten Kreditkarten ist die Aufladefunktion leider nicht vorgesehen.

7) Ist Ihr Kreditkartenkonto bereits tief im Minus, dann kann ein planmäßig zurückzuzahlender Ratenkredit dabei helfen, die Kosten in Grenzen zu halten. Mit einem herkömmlichen Kredit können Sie problemlos den genutzten Kreditrahmen ausgleichen und somit umschulden.

b) wenn Sie eine Charge Card haben…

1) Sie brauchen sich keine Gedanken um Sollzinsen bei dem Kreditkartentyp der Charge Card zu machen. Auf der Kreditkarte können keine Sollzinsen anfallen, da stets die angesammelten Beträge auf Monatsbasis komplett abgerechnet werden. Zumeist wird der Gesamtbetrag der Kreditkartenabrechnung direkt vom Girokonto eingezogen.

2) Rutscht das Girokonto in den roten Bereich, weil die Kreditkartenabrechnung zu hoch war, werden dann die dortigen Dispositionskredit-Zinsen fällig.

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