Das große Umdenken bei den US-Kreditkartennutzern?

Dienstag den 1.12.2009

In Deutschland wollen in diesem Jahr laut Branchenverband Bitkom rund 14 Millionen Verbraucher ihre Geschenke per Internet kaufen. Viele werden dabei aller Wahrscheinlichkeit nach mit ihrer Kreditkarte bezahlen, weshalb sie grundsätzlich beim Online-Shopping auf größtmögliche Sicherheit achten müssen. Wie groß die Gefahr eines Datendiebstahls und letztlich eines potentiellen –Missbrauchs der persönlichen Daten sein kann, haben Hunderttausende europäische Kunden eigenen Leib miterleben dürfen im Rahmen der massiven Umtauschaktionen der Kreditkartengesellschaften und Banken.

Während hierzulande als das bargeldlose Bezahlen zunehmend Anhänger finden kann, ist den Vereinigten Staaten einer Umfrage der Agentur Reuters zufolge ein entgegengesetzter Trend zu erkennen. Noch in den vergangenen paar Jahren lebten viele Verbraucher in den USA zur allzu gerne deutlich über ihre Verhältnisse. Gerade das Wochenende zum beliebten Feiertag Thanksgiving ist seit vielen Jahren schon fast traditionell das Wochenende, an dem die Konsumenten sich beim Kauf von Geschenken für Familie, Freunde, Kollegen und Mitarbeiter per Kreditkarte in Schulden stürzten.

US-Konsumenten lernen Bargeld zu schätzen

Doch diese Verhaltensweise scheint nun wenigstens in gewisser Hinsicht gebrochen, wie der US-Einzelhandel mit großem Bedauern bestätigen kann. Nur noch rund ein Viertel aller Bezahlvorgänge am besagten Wochenende wurde 2009 per Kreditkarte betätigt. Dafür bezahlten die Verbraucher fast in 40 Prozent aller Fälle lieber mit ihren Bargeld-Reserven. Des Weiteren werden in den USA zunehmend Debit-Karten (wir berichteten bereits an dieser Stelle) als Zahlungsmittel verwendet. Diese Karten sind den deutschen EC-Karten vergleichbar und bringen in den meisten Fällen nur bedingt die Gefahr, sich beim übermäßigen Konsum in die Schuldenfalle zu stürzen als Konsument und Bankenkunde.

Diese neue bewusste Vorgehensweise beim Einkaufen kann in mehrerlei Form analysiert werden. So könnten die Verbraucher endlich begriffen haben, dass die Lage ernst ist auf dem US-Kreditsektor, denn in den vergangenen Jahren waren die Ausfallraten bei den Kreditkarten-Schulden stetig gestiegen. Dies ließ darauf schließen, dass die Karteninhaber krisenbedingt immer öfter nicht imstande waren, ihre laufenden Darlehenskosten bei den Kreditkartengesellschaften zu bezahlen.

Ausbleibende Umsätze im Einzelhandel

Ein anderer Grund für das Umdenken beim Einsatz der Kreditkarten könnte auch darin zu finden sein, dass die Verbraucher deshalb das Sparen entdecken, weil sie die unsichere Wirtschaftslage vor Augen haben. Denn auch im kommenden Jahr könnte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter zuspitzen und zu einer weiterhin rapide steigenden Arbeitslosigkeit führen. Bisher sind die Aussagen der verschiedenen Wirtschaftsexperten durchaus widersprüchlich.

Was immer zu dieser Entwicklung im Verhalten der Kreditkartennutzer geführt hat, einem wird dies in jedem Fall Kopfzerbrechen bereiten: dem Einzelhandel selbst. Denn über viele Jahre hinweg war der Einsatz der inzwischen mehr als 600 Millionen Kreditkarten in den USA ein Garant für hohe Umsätze in den letzten vier bis sechs Wochen vor dem Weihnachtsfest. Versiegende Einnahmequellen an dieser Stelle bedrohen nun schlimmstenfalls die Existenz anderer Berufstätiger, wenn die Unternehmen des Einzelhandels nicht die gewünschten Ergebnisse im letzten Quartal des Jahres erzielen.

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