American Express mit deutlich geringerem Umsatzrückgang

Donnerstag den 29.10.2009

Inwieweit die derzeitigen Aussichten beim Kreditkarten-Anbieter American Express als positives Signal für die gesamte Branche gedeutet werden kann, muss sich in den kommenden Wochen erst noch zeigen. Sicher ist, dass auch bei etlichen anderen Vertretern der Branche der Tag der Abrechnung bevorsteht: Die Rede ist von nichts anderem als der Vorlage der aktuellen Bilanzen für das dritte Jahresquartal.

Dem Management im Hause American Express wird die Frage nach den Geschäftsergebnissen der Konkurrenz wahrscheinlich die geringsten Sorgen bereiten. Vielmehr wird man sich dort freuen, dass die Monate Juli bis September dazu führen konnten, dass der US-Konzern deutlich geringere Rückgänge beim Gewinn verbuchen musste als in den Monaten zuvor. Obwohl der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA fraglos beharrlich an den Gewinnen der Kreditkartengesellschaften nagt. Amex konnte nun beweisen, dass die Analysten nicht zwingend die richtigen Prognosen treffen.

Liest sich der Quartalsverdienst von umgerechnet 423 Millionen Euro wegen eines Einbruchs um rund 20% verglichen mit dem Ergebnis im Vorjahreszeitraum sicher nicht zufrieden stellend, so ist das Ergebnis für das dritte Quartal dennoch deutlich weniger dramatisch als vielerorts befürchtet.

Diese Auffassung des Status Quo teilt auch der Vorstandschef des Unternehmens, Kenneth Chenault. Angesichts der Fakten aus dem zweiten Quartal sind die Zahlen durchaus als Indiz für ein Ende der rezessiven Stimmung in der US-Wirtschaft interpretierbar. Zur Erklärung: Von April bis Juni hatte Amex einen Einbruch zu verarbeiten, der viermal so hoch ausfiel als im zurückliegenden dritten Quartal.

Aktien-Entwicklung übertrifft Experten-Prognosen

Doch wie so oft findet sich hier der gewohnte Wehrmutstropfen. Denn mit dem US-Geschäft allein hätte sich American Express nicht in der aktuellen Form präsentieren können. So erzielte der Anbieter 180 Millionen US-Dollar nur durch einen Einmalbetrag, der aus dem Auslandsgeschäft stammt. Dennoch liegt der Gewinn pro Amex-Aktie selbst ohne diese Summe mit 44 Cent immerhin sechs Cent über den Erwartungen der Branchenkenner.

Zumindest die Aktie des Unternehmens kann sich also allmählich erholen. Derartige Entwicklungen sind nicht zu unterschätzen, denn der Umsatz im Hause American Express geht auch weiterhin deutlich nach unten. In diesem vergangenen Vierteljahr betrug er knapp 16 Prozent und steht mit sechs Milliarden US-Dollar Unternehmenskosten in Höhe von 3,9 Milliarden US-Dollar gegenüber.

Erhöhung der Ausfall-Rückstellung

Über den sprichwörtlichen Berg ist das Unternehmen American Express (dies gilt für die Konkurrenz im gleichen Maße) noch lange nicht. So entschied man sich erst in dieser Woche dazu, die Rückstellungen als Absicherung gegen Ausfälle mit dem Kreditkartengeschäft um rund 1,2 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.

Diese Entwicklung war kaum anders absehbar. Denn erst Ende September war der Moody’s Index für Kreditausfälle nach einem Wert von 10,5 Prozent im Juli auf 11,49 Prozent angestiegen. Optimismus herrscht dennoch vor bei American Express, denn die Kundschaft zückt beim Shopping wieder verstärkt die Amex-Karte.

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