Deutschland zunehmend interessanter für Revolving-Kreditkarten

Donnerstag den 3.09.2009

Auch an dieser Stelle wurde das Thema der so genannten Revolving-Kreditkarten in der Vergangenheit schon mehrfach aufgegriffen. Schon allein aus dem einfachen wie nahe liegenden Grund, weil die Anbieter von Kreditkarten dieses Zahlungs-Modell auch in Europa und im Besonderen in Deutschland zu etablieren versuchen.

Die Zahl der internationalen Gesellschaften, die Kreditkarten für Verbraucher bereithalten, ist bekanntermaßen relativ überschaubar. Im Zuge der restriktiven Vorgaben der US-Regierung zu den Verhaltensweisen der Kreditkartenunternehmen im Bereich von Überziehungszinsen und Gebühren gehen den Anbietern spätestens mit dem Inkrafttreten der neuen Rechtslage im Februar 2010 die Möglichkeiten zur Gewinnsteigerung aus. Bis dato können die Unternehmen ihre Kunden noch relativ unkontrolliert zur Kasse bitten. Denn mehr als den erhobenen Zeigefinger haben sie derzeit nicht zu befürchten aus der Richtung der Gesetzgeber.

Besser früher als später versuchen sich die Kreditkarten-Anbieter daher ein neues Standbein aufzubauen, um andernorts die zurückgehenden Einnahmen in den USA, also der Quasi-Heimat der Kreditkarten auszugleichen. Dieses Vorhaben spiegelt sich nun verstärkt in den Werbebotschaften auf dem deutschen Finanzmarkt. Immer öfter versuchen Banken, mit unterschiedlichsten Versprechen neue Kunden von den Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion zu überzeugen. Einer der zentralen Angriffspunkte bei den Werbekonzepten ist die große Flexibilität, die solche Kreditkarten als Zahlungsmittel für die Konsumenten bringen sollen. Bei vordergründiger Betrachtung entspricht die aus finanzieller Sicht – jedenfalls beim anfänglichen Shopping-Bummel – durchaus der Realität.

Teuere Bequemlichkeit beim Einkaufsbummel?

Der Aspekt, auf den Verbraucherschützer zunehmend hinweisen, ist der Unterschied zur den hierzulande sonst gebräuchlichen Charge-Kartenformaten, bei denen die Nutzer nur bis zum Monatsende die Bezahlung aufschieben können. Doch am Ende des Monats erfolgt die Abrechnung, ohne dass Zinsen fällig werden.

Anders verhält sich die Sachlage bei den Revolving-Kreditkarten, wie auch die Stiftung Warentest erneut betont. Bei diesem Modell werden monatlich nur anteilige Summen der Monatsumsätze abgebucht, die der Verbraucher selbst mit dem Anbieter der Kreditkarten festlegt. Schön und gut, sagen die Experten. Doch die Versuchung ist groß, diese prozentualen Stückchen vom Gesamtumsatz gering zu halten. Erst an diesem Punkt wird offensichtlich, welche Risiken das Modell mit Revolving-Modus bieten kann, wenn Kontoinhaber die Mindestbeträge pro Monat entrichten muss.

Die Ansammlung von Schulden erfolgt hierbei in gewisser Weise schleichend. Schließlich bezahlt man als Kunde doch seinen monatlichen Anteil. Was kann an den Angeboten der Kreditkartengesellschaften also schlecht sein? Ganz einfach. Für die Anbieter nichts. Doch für Verbraucher müssen für die angesammelten Umsätze, die letztlich nichts anderes als ein Kredit über die Kreditkarten sind, monatliche Zinssätze berappen, die schnell normalen Zinsen beim durchschnittlichen Ratenkredit um das Doppelte überschreiten.

Verlockend an den Karten dieses Typs ist vor allem, sie auch dann zu nutzen, wenn man genauso auf herkömmlichem Wege zahlen könnte. Ganz abgesehen von der Möglichkeit, schnell fern der eigenen finanziellen Verhältnisse zu haushalten. Achten sollten die Bankkunden daher beim Antrag auf die üblichen Schlüsselbegriffe wie die Teilrückzahlung und monatliche Mindesterstattung. Denn nicht jede dieser speziellen Kreditkarten lässt sich unmittelbar als solche erkennen.

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