US-Kreditkartengeschäft bis 2010 mit Verlusten

Mittwoch den 19.08.2009

Selbst Vertreter der großen US-amerikanischen Kreditkartenanbieter haben geäußert, aus rein privater Sicht halte man die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Kreditkartennutzer für durchaus angebracht. Doch aus wirtschaftlicher Sicht haben persönliche Meinungen keinen hohen Stellenwert. Die staatliche Intervention als Ansatz zum Verbraucherschutz wird bei den Unternehmen als gravierender Einschnitt in die unternehmerischen Möglichkeiten wahrgenommen.

Doch der gesetzliche herbeigeführte Wandel ist aus politischer Sicht nötig, um noch schlimmere Folgen der Wirtschaftskrise zu vermeiden. Eine deutliche steigende Arbeitslosigkeit spätestens ab dem kommenden Herbst scheint unvermeidbar, weitere Ausfälle im Kredit(-Karten-)-Sektor werden bis mindestens Mitte 2010 erwartet. Daran ändern auch die vorübergehend sinkenden Ausfallraten im Monat Juli nur bedingt etwas.

Bei den größten Anbietern der Branche wie Capital One wurden ohnehin erneut höhere Darlehensabschreibungen verbucht, wenn auch nur in einer minimalen Größenordnung von 9,83 Prozent statt der vormaligen 9,73 Prozent im Vormonat. Endgültige Entwarnung wollen Experten vor Ende 2009 nicht geben. Für die Unternehmen sind die gesetzlichen Verbraucherschutz-Auflagen vor allem ein negativer Einfluss auf die eigene Profitabilität.

Welche Verdienstmöglichkeiten der Kreditkarten-Sektor für die Anbieter bereithält, lässt sich anhand der Menge der genutzten Karten deuten: Jeder US-Bürger verfügt über durchschnittlich 2,5 Kreditkarten (insgesamt 700 Millionen Kreditkarten insgesamt), etwa 44 Prozent der Karten-Nutzer haben inzwischen mit den kleinen Plastikkarten Schulden angesammelt. So erwarten Analysten mehr oder weniger zwangsläufig, dass die Ausfälle der Branche weiter ansteigen werden infolge der höheren Arbeitslosigkeit.

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