Weitere Kreditkarten-Ausfälle in den USA befürchtet

Mittwoch den 5.08.2009

In Deutschland kommen Kreditkarten erst allmählich in Mode, nachdem sie lange Zeit eher bei den so genannten Besserverdienern ein beliebtes wie praktisches Zahlungsmittel waren. Doch auch hierzulande gewinnt das Modell zunehmend Neukunden. In den USA hingegen sind Kreditkarten in unterschiedlichsten Formaten schon seit etlichen Jahren so oft genutzt, dass viele Haushalte gleich über mehrere Karten verfügen, um immer und überall bargeldlos bezahlen zu können. In den vergangenen Jahren hat dies vor allem dazu geführt, dass die US-Bürger zunehmend in die Kreditfalle tappten.

Dies begründet sich bekanntlich auf die Karten-Angebote, bei denen die Kreditkartenkonzerne die Kreditkarten als echte Kreditquelle offerieren, statt Gelder direkt in voller Höhe spätestens am Monatsende vom entsprechenden Konto abzubuchen. Die Zinskosten belasten die Finanzen der Verbraucher in diesem Bereich deutlich.

Auch im Juni mussten die Kreditkarten-Unternehmen in den nun erneut erhebliche Abschreibungen hinnehmen, die denen aus den Monaten zuvor kaum nachstanden. Dafür fiel die Quote der Kreditkarten-Säumnisse im vergangenen Monat auf nun nur noch 5,8 Prozent zurück. Niedriger lag dieser Wert in diesem Jahr bisher nicht. So kommt allmählich Hoffnung auf, dass die zuletzt dramatischen Entwicklungen bei den Kreditkarten-Ausfällen in den USA endlich gebremst sein könnten. Doch Experten wie die Analysten des Unternehmens Moody’s – ein Spezialist für die Bewertung von Kreditkarten – sehen hierin weniger einen Grund zur Entwarnung als eine zu erwartende Entwicklung aufgrund von Schuldenbegleichungen, die den Verbrauchern durch Steuererstattungen ermöglicht wurden.

Prognosen für Kreditkarten-Abschreibungen auf Höchststand

Wahrscheinlicher stuft man bei Moody’s derzeit ein, dass der Negativ-Trend bei den Kreditausfällen im Kreditkartensektor erst Mitte des kommenden Jahres aufgehalten werden kann. Bis dahin stehen alle Zeichen auf Zuspitzung bei den Abschreibungen, als Wert nennen die Experten einen Prozentsatz von bis zu 13 Prozent.

Doch was immer die Gründe für die sinkenden Kreditkartenausfälle sein mögen. Grundsätzlich ist jede positive Veränderung der derzeitigen Stimmung eine willkommene Korrektur der momentanen Trends, die in Kombination mit einer weiterhin steigenden Arbeitslosenquote alles andere als optimistische Erwartungen für die kommenden Monate erlauben. Manchmal braucht es eben eine positive Grundstimmung, damit sich notwendige Korrekturen umsetzen lassen.

Dem gegenüber steht jedoch das Rekordniveau bei den Kreditkarten-Abschreibungen allgemein. Denn der Wert von 10,76 Prozent, den die Kreditbewertungsagentur Moody’s für 2009 prognostiziert, ist bisher unerreicht. Mancher Experte äußert dieser Tage allerdings, dass die Zahlen sogar noch schlimmer aussehen könnten. Immerhin machen Kreditkarten in den USA insgesamt einen Löwenanteil bei den bargeldlosen Zahlungsmitteln aus.

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