Gebührenfalle Geldautomat – zunehmende Kostenbelastung am Fremdautomaten

Mittwoch den 22.07.2009

In den Sommermonaten – pünktlich zur Urlaubszeit – warnen die Verbraucherschützer die Urlauber in Deutschland alljährlich vor den Gefahren, die durch die Nutzung der Geldautomaten im Ausland oder bei der Zahlung per Kreditkarten auftreten können. Doch wie so ist es gar nicht nötig, in die Ferne zu schweifen, um Risiken für den eigenen Geldbeutel ausfindig zu machen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Gebühren, die von 50 befragten Geldinstituten als Kostenpunkt für die Kunden angegeben wurden im Falle einer Bargeld-Abhebung an einem institutsfremden Geldautomat.

Ausgewertet wurden die Entwicklungen innerhalb der vergangenen 12 Monate sowie grundsätzliche Veränderungen aus den letzten drei Jahren seit 2006. Die Resultate der Gebühren-Kontrollen sind zum Teil verheerend. Jedenfalls für die Verbraucher, die vielfach mehr oder weniger vorsätzlich im Dunkeln gelassen werden über den Kostenfaktor, der ihnen zugemutet wird.

In echten Härtefällen haben die Banken die Gebührenschraube um rund 86 Prozent angehoben. Von Fall zu Fall kann dies Mehrkosten von bis zu 7,50 Euro pro Automatennutzung für die Verbraucher bedeuten. Dagegen scheint der Durchschnittspreis in Höhe von 4,38 Euro für diese Überweisungen aus dem Jahr 2006 fast schon harmlos und überschaubar. Inzwischen liegt dieser Tarif bei 5,14 Euro. Eine Steigerung von 17 Prozent über einen solch kurzen Zeitraum würde in anderen Bereichen vermutlich nicht so ohne Gegenwehr hingenommen.

Gravierende Unterschiede zwischen regionalen und überregionalen Anbietern sind eher nicht zu beobachten. In beiden Bereichen ist ein ordentlicher Zuschlag erkennbar.

Banken branchenintern mit deutlicher Gebührensteigerung

Die Schuld sehen die Banken wie immer nicht bei sich selbst. Die Kosten, die von den Instituten untereinander berechnet werden, sollen für die Kostenexplosion verantwortlich sein, die nun die Kunden übernehmen sollen. Mitunter verlangten die Banken voneinander inzwischen sogar zweistellige Gebühren für die Nutzung durch fremde Kunden. Dass jede Bank ihrerseits nun ebenfalls anderen Instituten steigende Kosten zumutet, lässt man als Gegenargument gerne unter den Tisch fallen. Lieber betonen die Banken, dass auf das Gros der Kundschaft gerechnet nur eine kleine Gruppe tatsächlich von den Höchstgebühren betroffen ist.

Nun stellt sich den Kunden möglicherweise die Frage, was ihnen eine verbesserte Einlagensicherung und gesetzliche Vorgaben für Beratungsgespräche für Geld- und Kapitalmarktanlagen nutzen, wenn es an dieser speziellen Stelle des Bankensektors keinen ersichtlichen Schutzmechanismus gibt. Schließlich werden Bankkunden zwangsläufig häufiger mit der Nutzung eines Geldautomaten einer anderen Bank konfrontiert als mit Investitionsgesprächen bei der Hausbank.

Die Verbraucher selbst können im Grunde nur eines tun. Sie können sich informieren, welche Automaten in der jeweiligen Umgebung die geringsten Kosten verursachen, sofern kein Automat der eigenen Bank in erreichbarer Nähe zu finden ist.

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