Konkurrenz belebt das Geschäft – neue Debitkarte für deutsche Kunden?

Mittwoch den 15.07.2009

Noch immer hält sich das Gerücht, die sogenannte Debitkarte sei im Grunde nichts anderes als eine Kreditkarte. Dass dies nicht den Fakten entspricht, wird spätestens dann deutlich, wenn man sich die Zahlungsvereinbarungen bei den angebotenen Debitkarten genauer anschaut. Hier werden schnell zwei gravierende Unterschiede erkennbar. Zum einen ist eine Debitkarte grundsätzlich nur in Verbindung mit einem Konto einer Bank einsetzbar, weil eine Kontobindung existiert.

Darüber hinaus – und dies ist zweifelsohne der wesentlichere Unterschied zu den gängigen Kreditkarten-Modellen – erfolgt die Abbuchung der Kaufsummen nach einem Bezahlvorgang unmittelbar, also ohne zeitliche Verzögerung. Im Höchstfall liegen zwischen dem Kauf und der Belastung einige Werktage. Diese Prozedur lässt sich bereits am Namen erkennen, weil sich der Begriff vom englischen Wort Debit für die Belastung des Kontos ableitet. Bei Kreditkarten kommt es in den meisten Fällen nach einem Kauf zu einer späteren Anrechnung der Kauflast. Und genau hier besteht die oft von Verbraucherschützern angeprangerte Gefahr, als Konsument den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren.

Zusätzliches Debit-Angebot als Alternative zu MasterCard und Visa

Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Bankkunden in Deutschland und Europa allgemein die Möglichkeit, als zwei verschiedenen Debitkarten-Produkten zu wählen. Welche Karte verwendet wird, hängt zudem im Wesentlichen von der Bank ab, bei der Verbraucher ihr Konto führen. Bis dato sind es Karten der Anbieter MasterCard und Visa, die sich den Markt der Debitkarten teilen. Hierzulande dominiert vor allem die Maestro-Debitkarte aus dem Hause MasterCard. Kein Wunder, schließlich ist das Unternehmen einer der weltgrößten Anbieter für Kreditkarten-Produkte. Diese Quasi-Monopolstellung der beiden amerikanischen Unternehmen könnte nun bald vor dem Aus stehen. Jedenfalls dann, wenn der Plan eines Konsortiums aus verschiedenen deutschen und französischen Banken aufgehen und sich die dritte potentielle Debitkarte in Europa durchsetzen sollte.

Die Notwendigkeit einer Alternative mag für viele Verbraucher gar nicht erkennbar sein. Faktisch jedoch halten etwa die Deutsche Bank und die Commerzbank als die beiden größten deutschen Bankenhäuser die Schaffung einer europäischen Lösung für notwendig, um nicht auf lange Sicht von den US-Anbietern abhängig zu sein. Auch wenn die Banken aus Deutschland und Frankreich in dieser Sache federführend sind. Eine deutsch-französische Debitkarte soll nicht das Erdergebnis sein. Die Karten sollen innerhalb der gesamten EU für größere Auswahl sorgen, die letztendlich den Kunden bessere und günstigere Konditionen verschaffen soll. ein weiterer Bereich also, in dem Unternehmen aus Europa den Schulterschluss im eigenen Interesse angehen wollen.

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