Kreditkarten sicherer als die bewährte EC-Karte?

Mittwoch den 27.05.2009

Für viele Verbraucher unterscheiden sich Kreditkarten und EC-Karte kaum. Denn beide Karten werden gerne und zunehmend verwendet, um über die eigenen finanziellen Mittel verfügen zu können, ohne gleich von den Kredit-Angeboten der Kreditkarten-Unternehmen Gebrauch zu machen.

Bequem sind sie, die Plastikkarten, mit denen international günstig Geld abgehoben werden kann. Ganz abgesehen davon, dass sich sowohl die Nutzer von EC-Karten als auch Kreditkarten vor Reiseantritt genau über versteckte Gebühren für Geldabhebungen am Automaten schlau machen sollten, weil hier nach wie vor erheblichen Kostenfaktoren lauern. Ein wichtiger Unterschied zeigt sich im Urlaub spätestens dann, wenn die Karten entwendet werden. Ein Diebstahl bringt Urlauber nicht nur schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Unterschied EC- zu Kredit-Karte

In solchen Momenten präsentiert sich erst, wie sehr sich EC-Karte und Kreditkarten eben doch unterscheiden. Während die EC-Karten der Banken für den Gang an den Geldautomaten eine Geheimnummer notwendig machen, bevor Geld entwendet werden kann, ist es in den allermeisten Fällen bei Kreditkarten noch immer so, dass schon eine Unterschrift ausreicht, um etwas zu Bezahlen. Bis heute wird der Sicherheitscode der Karten nur selten abgefragt. So benötigen Kriminelle also nicht einmal die Karte selbst, sondern können schon mit der Gültigkeit der betreffenden Kreditkarte und der jeweiligen Kreditkartennummer erheblichen Schaden verursachen.

Eine Veränderung hat sich diesbezüglich mittlerweile ergeben. Die Institute müssen den Besitzern der Karten beweisen, dass sie am entstandenen finanziellen Schaden die Schuld tragen. Wenigstens ein Trost für die Geschädigten, die mit etwas Glück mit dem Schrecken davon kommen.

Nummer versehentlich im Portemonnaie gelassen?

Wer hingegen seine EC-Karte – ob im Urlaub oder an der nächsten Ecke – verliert, hat im Falle einer Abhebung schlechtere Karten. Juristisch greift hier der so genannte Beweis des ersten Anscheins. Im Grunde verbirgt sich hinter diesem Beweisvorgang nichts anderes als der gesunde Menschenverstand.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dieb unmittelbar nach seiner kriminellen Handlung mit den ersten Versuchen am Automaten die richtige Geheimnummer trifft, ist rein mathematisch denkbar gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Karteninhaber seine Nummer in der Geldbörse auf Papier verstaut mit sich trug, war selbst für den Bundesgerichtshof deutlich höher. Eine Möglichkeit, dem wirtschaftlichen Schaden zu entkommen, gibt es. Besitzer einer EC-Karte müssen ihrerseits beweisen, dass diese Vermutung nicht zutreffend war und es um einen Glückstreffer für den Dieb handelte. Dies wird jedoch kaum gelingen.

Es lohnt sich also durchaus über die Anschaffung einer Kreditkarte nachzudenken. Im Ausland leisten dieses Modell jedenfalls beste Dienste.

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