US-Kongress bringt Kreditkartengesetz

Dienstag den 26.05.2009

Die neueste Entscheidung im Kampf gegen die Ausweitung der Finanzkrise wird wohl vor allem den Anbietern von Kreditkarten ein schmerzlicher Dorn im Auge sein. Die aktuellen Zahlen der Notenbank FED haben den US-Präsidenten Barack Obama und seine demokratische Partei dazu veranlasst, gesetzlichen Schutz für Nutzer von Kreditkarten über einen Beschluss des US-Kongresses in Angriff zu nehmen.

Was hierzulande nicht jedem bekannt ist: In den USA werden nicht wie in Europa größtenteils üblich als reines bargeldloses Zahlungsmittel (etwa für den Aufenthalt im Ausland) verwendet.

Kreditkarten auf amerikanische Art

Kreditkarten funktionieren in den USA vielfach im wahrsten Sinne ihres eigenen Namens. Verbraucher können mit den Plastikkarten problemlos auf Pump einkaufen. Dabei verlieren viele Kunden den Überblick über ihre eigenen finanziellen Belastungen. Und genau auf diesen Kontrollverlust bezieht sich die Statistik der FED: etwa drei Viertel alle US-Haushalte verfügt über mindestens eine Kreditkarte.

Insgesamt haben die Verbraucher durch den Kreditkarten-Einsatz eine Schuldensumme von umgerechnet rund 682 Milliarden Euro angehäuft. Viele Bürger sind nicht mehr imstande, die monatlichen Belastungen zu bewältigen. Die Kreditkartenanbieter konnten bisher selbst bestimmen, wie hoch Verzugszinsen, Gebühren und andere Kosten bei ihren Angeboten ausfielen.

Gesetzesvorlage bringt mehr Sicherheit und Kundenschutz

Nun gibt der Kongress den Kreditkarten-Konzernen Richtlinien an die Hand, die den durchschnittlichen Verbraucher besser als bisher vor der vollständigen Verschuldung schützen sollen. Auf diese Weise will Obama verhindern, dass sich die Auswüchse der Kreditkrise aus dem Immobiliensektor auf die Kreditkartenbranche ausweiten.

Sowohl der Senat als auch das Repräsentantenhaus haben der Gesetzesvorlage zugestimmt. Mit diesem neuen Regelwerk ist es den Unternehmen nun einerseits nicht mehr gestattet, versteckte Gebühren zu erheben. Viel entscheidender jedoch ist die neue Regelung, nach der die Kreditkartenfirmen nicht mehr unangekündigt und unmittelbar Zinserhöhungen umsetzen können.

Mindestens 45 Tage vor der Erhöhung müssen die Kreditkartennutzer von derartigen Ausbesserungen in Kenntnis gesetzt werden, um sich nach möglichen Alternativen umsehen zu können. Für bisherige Kunden, die längst mit unlösbaren Schulden-Problemen zu kämpfen und möglicherweise längst resigniert haben, ist die neue Maßgabe vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Für Kunden, die bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen von der Krise, ist die Entwicklung aber mehr als positiv. Die Anbieter von Kreditkarten kritisieren das Gesetz schon jetzt. Auf diese Weise würden am Ende vor allem die Kunden betroffen, weil Kredite für Verbraucher bei mangelnder Bonität noch schwieriger zu bekommen sein, wenn die Gewinnmargen für die Unternehmen so drastisch gesenkt und gesetzlich reglementiert werden.

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