Kreditkartenzahlung per Fingerabdruck

Freitag den 12.01.2018

Kontaktlos zu bezahlen, ist inzwischen „Schnee von gestern“. In nahezu alle Kreditkarten, die auf dem Markt sind oder neu ausgegeben werden, ist ein entsprechender NFC-Chip (Near Field Communication) samt Antenne verbaut. Allerdings muss bei Beträgen über 25 Euro nach wie vor eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) eingegeben oder ein Beleg unterschrieben werden. Das IT-Sicherheitsunternehmen Gemalto möchte diesen Vorgang jetzt durch den Einsatz biometrischer Daten vereinfachen.

Biometrische Daten auf der Kreditkarte

Damit beschreitet das Unternehmen zwar keine ausgetrampelten Pfade, darf sich aber auch nicht als Pionier betrachten. Dass biometrische Informationen wie Fingerabdrücke auf einer Kreditkarte gespeichert und als Identifikationsmerkmal genutzt werden, ist nicht neu. MasterCard hat ähnliche Optionen bereits 2014 vorgestellt und 2017 in Südafrika getestet. Ob und wann die Kreditkarten flächendeckend zum Einsatz kommen, steht noch nicht fest.

Gemalto hat diesbezüglich klare Vorstellungen. Ende 2018, Anfang 2019 soll es möglich sein, kontaktlos biometrisch per Kreditkarte zu bezahlen. Seitens des Handels bedarf es dabei keiner Neuerungen. Das System soll mit den herkömmlichen Kartenlesegeräten funktionieren. Die Kreditkarte indes hat ein zusätzliches Feature: Einen Sensor, mit dem der Fingerabdruck eingelesen und mit den gespeicherten Daten abgeglichen werden kann.

Ein Sensor scannt den Finger

Die nötige Energie, um den biometrischen Sensor zu betrieben, erhält die Kreditkarte über das jeweilige Terminal. Weitere Stromquellen seien, so die Pressemitteilung von Gemalto, nicht erforderlich. Hinterlegt werden die biometrischen Daten übrigens nur auf der Kreditkarte. Dazu muss der Kunde einmalig zur Bank und dort seine Daten verifizieren lassen. Getestet wird das System derzeit bei der Bank of Cyprus.

Technikexperten sehen das Bezahlen mit biometrischen Daten eher skeptisch. Ein Fingerabdruck lasse sich relativ einfach knacken und zum Beispiel mit einem Foto fälschen. Wie gut die Kreditkarte gegen solche Betrugsversuche geschützt ist, geht aus den Informationen leider nicht hervor. Notfalls kann man die Karte auch mit dem Magnetstreifen nutzen. Deshalb spricht Gemalto von einer Dual Interface Card.

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