Per Prepaid-Kreditkarte zur digitalen Identität

Dienstag den 12.09.2017

Mit der entsprechenden Technik und Software können Kreditkarten weit mehr sein als nur ein reines Zahlungsmittel. Den Beweis dafür liefert seit zwei Jahren MONI. Der Name steht für ein finnisches Start-up, das Prepaid-Kreditkarten von MasterCard mit eindeutigen digitalen Identitäten verbindet – per Blockchaintechnologie, wie sie bei Bitcoin und Co. genutzt wird. Zielgruppe sind vor allem Flüchtlinge.

Debit-Karte für Flüchtlinge

Wer ohne Papiere aus seinem Heimatland flüchten muss, hat es sehr schwer, sich wieder eine eigene Identität zu schaffen. Das sorgt in einem fremden Land schnell für Probleme, angefangen bei den Finanzen. Finnland geht deshalb neue Wege. Statt Asylsuchenden einfach nur Geld auszuhändigen, werden Kreditkarten auf Prepaid-Basis vergeben. Der Grund: Mit jeder MasterCard von MONI geht eine digitale Identität einher, die in der Blockchain gespeichert ist.

Das heißt, die Kreditkarte schafft eine Möglichkeit zur digitalen Form der Identifizierung. Dabei spielt die Blockchain-Technologie eine entscheidende Rolle. Das Software-Protokoll zeichnet jede Transaktion auf und speichert sie dauerhaft in einer Datenkette. Dieses System lässt sich nicht fälschen und ist überall abrufbar.

Flüchtlinge haben dank der Kreditkarte die Möglichkeit, am finanziellen Leben teilzuhaben. Mit der MasterCard kann zum Beispiel im Supermarkt bezahlt werden. Zudem dient die Kreditkarte als Konto, sodass Arbeitgeber problemlos und ohne Umwege den Lohn überweisen können. Letztlich ist es so, als ob man eine ganz normale Debit-Karte nutzt.

Verlust der finanziellen Privatsphäre

Laut Kouko Salonen, dem Leiter der finnischen Einwanderungsbehörde, hilft die Kreditkarte Asylsuchenden gleich bei mehreren Herausforderungen. Im Zentrum steht aber, dass eine eindeutig authentifizierte Identität geschaffen wird. Um die Technik im Hintergrund kümmert sich MONI. Das betrifft sowohl die Transaktionen in digitaler Währung als auch den Tausch der Krypto- in eine reale Währung.

Da alle Vorgänge nachvollziehbar sind, hat die Prepaid-Kreditkarte auch eine Schattenseite: Die finanzielle Privatsphäre geht verloren. Der Vorteil für die Behörde: Sie kann die Karteninhaber wesentlich besser kontrollieren und sie dadurch im Auge behalten. Interesse an der Technik haben auch die Vereinten Nationen, da weltweit etwa eine Milliarde Menschen keine offiziellen Dokumente haben.

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