Kreditkartenabrechnung über PayPal und Krypto-Währungen

Dienstag den 15.08.2017

Zahlt man mit Kreditkarte, wird der Betrag dem Girokonto belastet. Die Buchung erfolgt entweder umgehend oder mit einer Verzögerung von bis zu einem Monat und teils auch in Raten – aber stets über das laufende Konto. Das soll sich in Zukunft ändern. Kreditkarten sind dann nicht mehr automatisch an ein Girokonto gebunden, sondern auch an PayPal oder ein sogenanntes Krypto-Konto, etwa für Bitcoins.

Mit Kreditkarte per PayPal bezahlen

PayPal ist auf dem besten Weg, künftig auch im Supermarkt oder am Kiosk per Kreditkarte genutzt werden zu können. Der Online-Bezahldienst ist eine strategische Kooperation mit dem Kreditkartenanbieter Visa eingegangen. Dadurch stehen jetzt viele Wege offen, angefangen bei der PayPal-Visa-Card bis hin zu zur Applikation auf dem Smartphone.

Der entscheidende Vorteil für PayPal: Das Unternehmen greift aktiv in den Zahlungsverkehr ein und verschafft sich dank der Kooperation eine ideale Ausgangsbasis für den Mobile-Payment-Markt der Zukunft. Statt nur online vertreten zu sein, gewinnt der Zahlungsdienstleister jetzt auch im Offline-Bereich Anteile. Dabei wird die Kreditkarte direkt in den PayPal-Account integriert, sodass vorhandenes Guthaben genutzt werden kann.

Die Krypto-Kreditkarte

Dieser Gedanke wurde für Kryptowährungen bereits in die Tat umgesetzt. Das Startup TenX hat zusammen mit Visa eine Kreditkarte auf den Markt gebracht, die auf das Bitcoin-Konto zugreift. Damit lässt sich jetzt auch beim normalen Einkauf oder im Urlaub problemlos mit Bitcoins bezahlen – allerdings zu recht happigen Konditionen.

Das Krypto-Geld wird direkt in Buchgeld gewandelt und landet ohne Umschweife bei Visa. Für die Transaktion berechnet das Startup 2,00 Prozent Gebühren. Acht Kryptowährungen werden von der Kreditkarte derzeit unterstützt, in wenigen Wochen sollen es bereits elf sein. Aktuell werden monatlich Zahlungen mit einem Volumen von 100.000 US-Dollar abgewickelt. Ziel ist ein Wert von 100 Millionen US-Dollar.

Das Konzept findet bei Analysten regen Anklang. Entscheidend wird aber sein, ob die Kunden zufrieden sind. Das gilt für TenX und PayPal gleichermaßen. Wenn sie dem Kreditkartenmarkt eine neue, zweifelsohne interessante Facette verpassen wollen, müssen sie die Nutzer überzeugen.

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