Das Gebührenwirrwarr bei Kreditkarten

Dienstag den 23.05.2017

Die Europäische Union hat es gut gemeint, als sie die Gebühren für Kreditkartenzahlungen im Dezember 2015 auf 0,3 Prozent des Umsatzes begrenzte. Allerdings lassen sich Banken nur äußerst ungern Einnahmen entgehen. Deshalb wird nun an anderer Stelle die Hand aufgehalten – und das nicht zu knapp. Das bekommen inzwischen sowohl Verbraucher als auch der Handel zu spüren.

Interbanken-Entgelte wurden gedeckelt

Ziel der EU war es, die Kosten rund um die Kreditkarte zu senken, um sie als Zahlungsmittel weiter zu etablieren. Dazu wurde die sogenannte Interchange-Gebühr gedeckelt. Sie muss von der Bank des Händlers an die des Kunden gezahlt werden und betrug vor der Maßnahme bis zu einem Prozent. Das war einer der Gründe, weshalb im Onlinehandel für die Zahlung per Kreditkarte bisweilen zusätzliche Entgelte erhoben wurden und auch heute noch erhoben werden.

Da die Kreditkarten-Einnahmen für die Banken nun deutlich geringer ausfallen, setzen sie den Hebel an anderer Stelle an. Am einfachsten geht das aufseiten der Verbraucher. Sie zahlen seither bei vielen Banken ein höheres Jahresentgelt für ihre Visa oder MasterCard. Versüßt wird die Teuerung mit kleinen Zugaben wie der kostenlosen Wunsch-Geheimzahl oder Rabatten auf Reisen, die online gebucht werden.

Jahresentgelte für Kreditkarten steigen

Für die meisten Kunden rechnen sich diese Extras nur bedingt. Sie zahlen mehr für die Kreditkarte, ohne einen echten Mehrwert zu erhalten. In dem Fall lohnt sich ein Blick auf unseren Kreditkartenvergleich. Denn es gibt nach wie vor günstige und komplett kostenlose Angebote. Hierbei sollten alle Faktoren berücksichtigt werden, inklusive der Sollzinsen und der Kosten für Barverfügungen sowie den Auslandseinsatz der Kreditkarte.

Doch auch Händler, die sich anfangs noch über die neue Regel der EU freuten, werden weiterhin zur Kasse gebeten. Horst Rüter vom Handelsinstitut EHI in Klön spricht von einem trojanischen Pferd. Die Interbanken-Entgelte seien zwar gesunken, was den Umsatzteil der Kreditkarte um 0,4 Prozentpunkte hat steigen lassen. Dafür wurden andere Gebühren rund um die Kartenzahlung angehoben oder neu ersonnen. Aus Sicht von Horst Rüter dauert es noch zwei bis drei Jahre, bis die Kosten wieder auf dem alten Stand sind.

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