Lohnt sich eine Prepaid-Kreditkarte?

Dienstag den 9.05.2017

Ihr Siegeszug begann als Kreditkarte für Kinder und Jugendliche. Mit dem Guthaben auf der Visa- oder MasterCard sollte der Nachwuchs selbst für digitale Dienstleistungen bezahlen können. Inzwischen ist die Prepaid Kreditkarte auch bei Erwachsenen extrem beliebt. Sie hilft bei der Ausgabenkontrolle, wird trotz negativer Schufa-Einträge gewährt und ist relativ leicht zu beantragen. Doch lohnt sich eine solche Karte überhaupt?

Guthaben- statt Kreditkarte

Das Verbrauchermagazin „Finanztip“ beantwortet diese Frage mit „nein“, zumindest im Hinblick auf volljährige Bankkunden. Einen der Gründe nennt Josefine Lietzau: „Tatsächlich handelt es sich um eine Guthabenkarte und nicht um eine Kreditkarte.“ Dadurch fehle eines der entscheidenden Kriterien: der Verfügungs- bzw. Kreditrahmen. Dadurch hätten Inhaber einer Prepaid Kreditkarte bei vielen Hotels und Autovermietungen Probleme.

Auch die Gebührenkataloge der auf dem Guthabenprinzip basierenden Karten stehen in der Kritik. „Wer mit der Prepaid-Kreditkarte Bargeld abhebt, muss bei vielen Angeboten mit Extra-Gebühren rechnen“, so Josefine Lietzau. Hinzu kämen bisweilen Kosten für Einzahlungen oder Inaktivität. Das Fazit daraus lautet: „Für die meisten Verbraucher sind Prepaid-Kreditkarten Unsinn.“ Eine Ausnahme seien Kinder und Jugendliche.

Debitkarte statt Prepaid-Variante

Empfohlen wird stattdessen eine echte Kreditkarte. Sie sei bei vielen Direktbanken kostenlos und die Rechnung müsse monatlich beglichen werden. Bei Problemen mit der Bonität könne alternativ eine Debitkarte beantragt werden. Die Umsätze dieser Variante würden direkt über das Girokonto abgebucht. Da sie eine 16-stellige Kartennummer haben, seien sie perfekt für Online-Geschäfte.

Unter dem Strich ein vernichtendes Urteil für die Prepaid Kreditkarte. Allerdings handelt es sich um eine sehr pauschale Bewertung. Hier gilt es klar zu differenzieren. Wer ständig mit Karte zahlt, wird an der Prepaid-Variante wenig Freude haben. Hat man die Karte indes nur für den Fall der Fälle im Portemonnaie, möchte seine Ausgaben besser kontrollieren bzw. ein selbst gesetztes Limit im Monat nicht überschreiten, hat die Prepaid-Kreditkarte auch ihre Stärken. Und um sich an die bargeldlose Zahlung heranzutasten, sind Prepaidkarten durchaus eine Option. Wer einen negativen Eintrag bei der Schufa hat, bekommt sowieso kaum die Chance auf eine richtige Kreditkarte.

Die eigenen Wünsche zählen

Ob sie tatsächlich „Unsinn“ ist, sollte jeder für sich entscheiden. Dazu reicht ein Blick auf die Umsätze, die mit Kreditkarte getätigt werden. Zudem müssen die eigenen Wünsche definiert und die möglichen Kosten aufgeschlüsselt werden. Nur so lässt sich mithilfe eines Kreditkartenvergleichs die ideale Lösung finden. Am Ende dieser Überlegungen kann dann durchaus auch eine Prepaid-Kreditkarte stehen.

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