Extragebühren für Kreditkartenzahlungen entfallen

Dienstag den 14.02.2017

Mit der Umsetzung der Zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie in nationales Recht entfallen ab 2018 Extragebühren, die einige Händler derzeit für die Zahlung per Kreditkarte erheben. Dabei handelt es sich um sogenannte kostendeckende Aufschläge. Sie sind künftig nicht mehr gestattet, weder an der Ladentheke noch im Onlinegeschäft.

Vorteil für MasterCard und Visa

Mit den Gebühren hat der Handel bislang die Kosten weitergegeben, die bei Kartenzahlungen von den Kreditkartengesellschaften und Banken in Rechnung gestellt wurden. Diese Vorgehensweise ist bei besonders verbreiteten bargeldlosen Zahlungsmitteln ab dem kommenden Jahr nicht mehr erlaubt. Das gilt für Kreditkarten von MasterCard und Visa sowie für Banküberweisungen und Lastschriften.

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Es muss sich um Kreditkarten handeln, die in der Bundesrepublik besonders oft ausgegeben werden. Das trifft auf Visa und MasterCard zweifelsohne zu. Kreditkarten von Diners Club und American Express erfüllen die Voraussetzung, „besonders verbreitet zu sein“, nicht oder noch nicht. Von daher müssen Inhaber einer solchen Karte nach wie vor mit Extragebühren rechnen.

Mit Kreditkarte zu zahlen wird günstiger

Verbraucher profitieren von der Regelung, indem sie aller Voraussicht nach Geld sparen. Vor allem beim Kauf von Flugtickets über das Internet sind Gebühren momentan noch an der Tagesordnung, wenn man die Kreditkarte als Zahlungsmittel nutzt. Auch bei der Bahn müssen Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, tiefer in die Tasche greifen – zumindest bis Ende des Jahres. Gleiches gilt für Veranstaltungstickets.

Weitere Änderungen, die mit der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie einhergehen, sind die sogenannte starke Authentifizierung und die neue Haftungsgrenze für Verbraucher. Mussten Kreditkartenbesitzer bei Betrugsfällen bisher mit maximal 150 Euro haften, sind es ab 2018 nur noch 50 Euro. Die starke Authentifizierung wiederum soll für mehr Sicherheit sorgen, indem bei Onlinezahlungen und dem Zugriff auf das Online-Konto künftig zwei Sicherheitsmerkmale verlangt werden. Das Passwort reicht dann nicht mehr aus. Dadurch werden die Vorgänge sicherer, aber auch komplizierter und aufwändiger.

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