Unerlaubte Kreditkarten-Werbung per Telefon

Mittwoch den 8.02.2017

Lästige Werbeanrufe gehören in vielen Haushalten fast schon zum Alltag. Dabei geht es um Umfragen, Gewinnspiele, günstigen Strom – und jetzt offenbar auch um Prepaid-Kreditkarten. Einer Frau aus dem Breisgau wurde vorgegaukelt, sie erhalte eine bessere Karte, wobei immer wieder der Begriff „Platinum“ fiel. Das Ergebnis: eine Kreditkarte für 90 Euro per Nachnahme. Die Bundesnetzagentur und die Verbraucherzentralen sind bereits aktiv.

Dreiste Masche

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg spricht von „unerlaubter Telefonwerbung“. In dem Fall handelt es sich um eine besondere dreiste Masche. Dem Angerufenen wird vermittelt, dass es sich um einen Austausch der Kreditkarte handelt. Letztlich soll aber nur eine neue Prepaidkarte verkauft werden.

Dazu gleicht das Callcenter vorhandene Daten wie die Anschrift und das Geburtsdatum ab. Zudem wird erklärt, dass man das Gespräch aufzeichne. Der Name der Bank oder die Kreditkartennummer wird im Rahmen des Telefonats nie erwähnt. Wenig später folgt dann eine E-Mail mit der Widerrufsbelehrung und den Geschäftsbedingungen für die neue Kreditkarte. Erschrocken las die Frau, dass sie 90 Euro bezahlen soll. Anderenfalls werde ein niederländisches Inkasso-Unternehmen eingeschaltet.

Abmahnung durch Verbraucherschützer

Die Betroffene widersprach per Einwurf-Einschreiben und Fax. Zudem informierte sie die Presse, die Bundesnetzagentur und die Verbraucherzentrale. Den Konsumentenschützern ist das Vorgehen der Anrufer bereits bekannt. Dank der Frau hat man nun noch mehr Informationen und denkt über eine Abmahnung der Firma nach. Dabei werden auch die Bedingungen ganz genau unter die Lupe genommen. Die Bundesnetzagentur ihrerseits will prüfen, ob es sich um einen Missbrauch der Rufnummer handelt.

Derlei Offerten per Telefon haben nichts mit seriösen Angeboten für Prepaid-Kreditkarten zu tun. Dazu sollte man sich an namhafte Unternehmen wenden oder an die Hausbank. Dazu rät auch die Pressesprecherin von MasterCard Deutschland, Juliane Wolff. „Die aktuellen Beispiele sind erschreckend“ sagt sie. Sollte also jemand anrufen und eine Kreditkarte anbieten wollen: einfach auflegen.

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