Kreditkarte gibt Auskunft über das Körpergewicht?

Montag den 23.01.2017

Mit Kreditkarten kann man bezahlen und Geld abheben. Dass die dabei erhobenen Daten das kleine Stückchen Plastik zur Körperwaage mutieren lassen, ist eine völlig neue Spielart. Entwickelt wurde sie von MasterCard. Das Unternehmen generiert anhand der Informationen, die während der Einkäufe und Bestellungen gesammelt wurden, ein Profil, aus dem auch das ungefähre Gewicht hervorgeht.

Daten verraten, was die Waage anzeigt

Da fragt man sich, ist das reine Spielerei oder hat die bereits 2015 zum Patent angemeldete Technik auch einen Sinn? Und tatsächlich: MasterCard hat sich durchaus Gedanken gemacht. Denn das Gewicht einer Person ist ein Faktor, der gerade für Transportunternehmen von größter Bedeutung sein kann, vor allem für Fluggesellschaften. Ihnen sollen die über die Kreditkarte gewonnen Daten helfen, den Kunden mehr Komfort zu bieten.

Doch zunächst: Woher weiß MasterCard, was der Kartenbesitzer wiegt? Kauft man Kleidung oder Schuhe und bezahlt mit Karte, lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Statur und damit auch auf das Körpergewicht ziehen. Eigentlich recht simpel, wobei eine gewisse Fehlertoleranz vermutlich nicht auszuschließen ist.

Gegner befürchten Nachteile für Schwergewichte

Dass auf die Daten zurückgegriffen wird, bereitet vielen Kunden und wahrscheinlich auch dem Datenschutz einige Sorgen. Insbesondere Schwergewichte fürchten, dass sie künftig mehr bezahlen müssen, wenn sie einen Flug buchen und mit ihrer Kreditkarte bezahlen. MasterCard selbst begründet die Technik damit, dass viele Verbraucher nicht ihr tatsächliches Gewicht nennen und sich leichter machen. Das führe mitunter zu Problemen.

Doch es kann auch etwas Gutes haben, wenn das Gewicht bekannt ist: Air Canada zum Beispiel bietet bei Vorlage eines ärztlichen Attests einen kostenlosen zusätzlichen Sitz an. Andere Fluggesellschaften wollen die Daten nutzen, um das Gewicht im Flugzeug optimal verteilen zu können. Und Airbus hat ein Patent für in der Breite verstellbare Sitze. Letztlich kann man ohnehin nicht vermeiden, dass die Kreditkartendaten verarbeitet und genutzt werden. Von daher sollte man die Sache eher locker sehen.

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