Täter erbeuten Kreditkarten per Telefon

Dienstag den 2.08.2016

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt umso mehr für die eigenen Finanzen. Denn Betrüger werden immer einfallsreicher und dreister, wenn es darum geht, die Daten von Kreditkarten zu ergaunern. In München haben die Täter einen 81-jährigen Rentner und viele weitere Bankkunden mit einem simplen Telefonanruf übers Ohr gehauen und dabei jeweils mehrere tausend Euro erbeutet.

Neue Betrugsmasche

Die Masche war selbst für die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt neu. Der Kreditkartenbesitzer erhielt eines Tages einen Anruf von einem vermeintlichen Anwalt aus Hamburg. Der gab vor, im Namen der Bank zu handeln, und bat den Mann, die Kreditkarte an eine bestimmte Adresse zu senden. Der Rentner überlegte nicht lange und tat, wie ihm geheißen. Dass er dabei falsch handelte, ist dem 81-jährigen inzwischen bewusst.

Die Bande, die ihn betrogen hatte, leerte mit der Kreditkarte das Girokonto – Guthaben 1.600 Euro – und überzog es darüber hinaus mit 3.000 Euro. Insgesamt also ein Schaden von 4.600 Euro. Die Bank weigerte sich zunächst, dem Mann zu helfen. Sie warf dem Rentner vor, nicht sorgfältig genug mit der Kreditkarte und seiner persönlichen Identifikationsnummer (PIN) umgegangen zu sein. Außerdem hatte er nur ab und an auf den Kontostand geschaut. Erst als sich eine Tageszeitung in den Fall einschaltete, versprach das Bankhaus, den Kunden zu unterstützen.

Kreditkartenabrechnung regelmäßig prüfen

Die Täter sind übrigens gefasst. Bei ihnen fand man eine Reihe von Kreditkarten, sodass die Polizei gleich mehrere Opfer zum Gespräch laden konnte. Ungeklärt ist bislang lediglich, wie die Betrüger an die Geheimzahl gekommen sind. Wichtig ist die Lehre, die man aus dem Fall ziehen kann: Niemals die Kreditkarte an fremde Adressen schicken. Lieber bei der Hausbank nachfragen. Im besten Fall persönlich vor Ort, um ganz sicher zu gehen. Darüber hinaus gilt: Es sollte inzwischen selbstverständlich sein, den Kontostand bzw. die Abrechnung für die Kreditkarte regelmäßig zu prüfen.

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