Visa testet in Rio Payment-Ringe

Dienstag den 7.06.2016

Wohin die Kreditkartentechnik in Zukunft führen kann, zeigt Visa während der Olympischen Spiele in Rio. 45 Sportler, die vom Kreditkartenunternehmen gesponsert werden, haben einen Ring erhalten, genauer: einen Payment-Ring. Das Schmuckstück soll nicht nur einen Finger zieren, sondern enthält auch einen Mikrochip samt Antenne. Damit ist es möglich, an Terminals zu bezahlen. Denn der Ring unterstützt die Near Field Communication (Nahbereichskommunikation – NFC).

NFC-Technik auf dem Finger

Bekannt ist die Technik bisher von klassischen Kreditkarten und Smartphones. Man hält sie kurz vor das Terminal, damit die nötigen Daten ausgetauscht werden. Fertig ist der Bezahlvorgang. Jetzt stecken alle Informationen, um per Karte zahlen zu können, in einem Ring. Er ist aus Keramik, wird in mehreren Größen angeboten und hält bis zu 50 Meter Wassertiefe dicht. Das Besondere: Es bedarf keiner Batterie, um Transaktionen mit dem Payment Ring auszuführen. Die Energie erhält der Ring vom Terminal.

Bei der Entwicklung hat Visa nicht nur an den nötigen Schick, sondern auch an die Sicherheit gedacht. Der Ring stellt keine persönlichen oder gar die Kreditkartendaten zur Verfügung. Er generiert lediglich einen sogenannten Token. Mit dieser 16-stelligen Ziffernfolge, die das Gerät problemlos erkennt und akzeptiert, wird der Zahlungsvorgang abgeschlossen. Die Kreditkarte muss also nicht ständig mitgeführt werden. Und sollte der Ring verloren gehen oder gestohlen werden, lässt sich die Token-Generierung jederzeit mit einer Applikation am Smartphone deaktivieren.

Keramik statt Plastik-Kreditkarte

Kling nach Zukunftsmusik und ist es wohl auch. Die Olympischen Spiele dienen Visa als Testphase. Ob der Ring in Serie produziert wird, sollte sich die Technik bewähren, steht allerdings noch in den Sternen. Das Kreditkartenunternehmen, übrigens exklusiver Olympia-Zahlungspartner, hat sich dazu noch nicht geäußert. Spannend wäre es allemal. Denn damit würden sich noch weit mehr Möglichkeiten ergeben: die Kreditkarte als Anhänger, in Schlüsselform und nicht länger als schnödes Plastikobjekt.

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