Die Kreditkarte am Handgelenk

Mittwoch den 9.12.2015

Viele Portemonnaies werden in Zukunft ein paar Gramm leichter sein. Statt die Kreditkarte in physischer Form bei sich zu haben, reichen die Daten – gespeichert auf dem Smartphone oder in einer Armbanduhr. Die Weichen dafür sind längst gestellt. Mit dem kontaktlosen Bezahlen via Near Field Communication (NFC) haben Industrie und Kreditkartenunternehmen die nächste Generation des Bezahlvorgangs auf den Weg gebracht.

In modernen Mobilfunkgeräten ist der passende NFC-Chip schon seit geraumer Zeit verbaut. Besonders aktiv war diesbezüglich Apple. Um dem Konzern zumindest im Uhrenbereich das Wasser abzugraben, hat der Schweizer Hersteller Swatch die Initiative ergriffen. Die Pläne für das Modell „Bellamy“ liegen seit März auf dem Tisch und wurden einen Monat eher vorgestellt als die für die Apple Watch. Das fertige Produkt präsentierte das Unternehmen im Oktober in China. Hier kooperiert der Uhrenfabrikant mit dem Verband chinesischer Finanzinstitute. Mit der Uhr bezahlen kann man dann ab Januar.

Darüber hinaus arbeitet Swatch mit Visa Europe zusammen. In der Schweiz, Brasilien und in den USA wird es ab Anfang 2016 ebenfalls möglich sein, mit der Uhr auf Shopping-Tour zu gehen und Rechnungen kontaktlos zu begleichen. Die NFC-Technik versteckt sich unter dem Ziffernblatt. Selbst wenn man die Kreditkarte am Handgelenk zum „Glühen“ bringen sollte: Auf die Lebensdauer der Batterie hat das laut Swatch keinerlei Einfluss.

Deutsche Kunden werden sich etwas gedulden müssen, ehe sie die Kreditkarte oder das Smartphone gegen eine Armbanduhr austauschen können. Die Markteinführung in der Bundesrepublik ist noch nicht terminiert. Ob die Bezahlfunktion in einer Uhr hierzulande in den kommenden Jahren eine breite Masse begeistert, ist allerdings fraglich. Zum einen, weil solche Neuerungen in der Regel viel Zeit benötigen, um sich durchzusetzen. Zum anderen möchten die meisten Verbraucher noch etwas in Händen halten, mit dem sie bezahlen: ob nun die Kreditkarte oder Bargeld.

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