Visa kauft Visa Europa zurück

Dienstag den 10.11.2015

Visa Europa, seit 2007 eigenständig, wird wieder Teil des Mutterkonzerns Visa. Der Rückkauf des einstigen Tochterunternehmens kostet den Kreditkartenanbieter bis zu 21,2 Milliarden Euro. Die Pläne für diesen Schritt wurden bereits im Juni dieses Jahres veröffentlicht. Um sie zu realisieren, fehlt nur noch das grüne Licht der zuständigen Kartellbehörden.

Hinter dem Rückkauf stehen zwei Ziele. Zum einen wird die Position von Visa im Konkurrenzkampf gegen Mastercard gestärkt. Zum anderen sollen auch die Kreditkarten-Kunden profitieren. Ihnen wird der Zugang zu Neuerungen und weltweiten Angeboten des Konzerns erleichtert. Sie müssen künftig nicht mehr so lange warten, bis neue Technologien wie das kontaktlose Bezahlen – die zumeist in den USA getestet werden – auch in Europa nutzbar sind.

Visa Europa war im Rahmen des Visa-Börsengangs vom Mutterkonzern abgespalten worden. Derzeit sind rund 500 Millionen Kreditkarten des Unternehmens in den Geldbörsen europäischer Kunden. Das Transaktionsvolumen beträgt 1,5 Billionen Euro. Dieses Paket lässt sich der Konzern bis zu 21,2 Milliarden Euro kosten.

Zugute kommt der Rückkauf daher auch den Besitzern von Visa Europa: 300 Banken mit Sitz in Europa. Sie erhalten 16,5 Milliarden Euro in Vorzugsaktien oder in bar. Der Restbetrag von 4,7 Milliarden Euro soll vier Jahre nach der Übernahme der ehemaligen Tochter gezahlt werden – abhängig von den Umsatzzielen. Alleine das britische Bankhaus Barclays wird durch die Neuausrichtung von Visa 560 Millionen Euro erhalten.

Für Nutzer einer Visa-Kreditkarte wird sich nichts ändern. Sie können weiterhin weltweit mit ihrer Karte bezahlen oder Bargeld am Automaten abheben. Angesichts der Vielzahl an Visa-Angeboten sollte man allerdings sehr genau hinschauen, welche Offerte gut und möglichst kostengünstig ist – idealerweise mit einem Kreditkartenvergleich.

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