Vorsicht an Tankautomaten

Dienstag den 27.10.2015

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verschaffen sich Cyberkriminelle nach wie vor Zugang zu Kreditkartendaten. Entweder nutzen sie die Informationen selbst, um beispielsweise Geld abzuheben und auf Kosten des Karteninhabers zu shoppen. Oder aber sie verkaufen das Datenpaket. Ist es komplett, werden in den dunklen Ecken des Internets bis zu 45 US-Dollar je Satz bezahlt. Doch wie kommen die Täter überhaupt an Kartennummer und Co.?

Über viele Jahre hinweg wurden Geldautomaten manipuliert, um Bank- und Kreditkartendaten auszuspähen. Inzwischen scheint dieses Pflaster den meisten Betrüger zu heiß zu werden. Zwar werden immer mal wieder entsprechende Vorrichtungen entdeckt. Doch die Zahl nimmt stetig ab. Zumindest im Bankensektor. Stattdessen haben einige Kriminelle einen neuen Weg gefunden. Sie machen sich jetzt an den Geräten von automatischen Tankstellen zu schaffen. Wie bei den Geldautomaten installieren sie eine Minikamera und ein eigenes Lesegerät. Damit entlocken sie dem Magnetstreifen die benötigen Informationen und haben gleichsam Zugriff auf die Geheimzahl.

Die Polizei – in dem Fall an der Côte d’Azur – warnt daher, nicht nur beim Geldabheben in einer Bankfiliale, sondern auch an allen anderen Automaten Vorsicht walten zu lassen. Dazu gehört unter anderem, die Eingabe der PIN mit der anderen Hand zu verdecken. Zudem sollte man bei Auffälligkeiten wie einem vorstehenden Kartenleser lieber einen Bogen um das Gerät machen und gegebenenfalls den Betreiber des Automaten informieren.

Da auch online Daten von Kreditkarten „abgegriffen“ werden, oftmals über gefälschte Seiten oder sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe, wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet. Eine Option wäre eine dynamische Prüfziffer, wie sie jetzt von Gemalto präsentiert wurde. Die dreistellige Zahlenfolge ändert sich alle 20 Minuten. Dafür sorgt eine integrierte Batterie, die vier Jahre halten soll. Eine clevere Idee, denn 70 Prozent des Betrugsvolumens bei Mastercard und Visa basieren auf Fällen, bei denen die Täter im Besitz der Kartennummer und der Prüfziffer waren.

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