Kreditkartenzahlungen werden günstiger

Dienstag den 13.10.2015

Mit Kreditkarte zu zahlen, geht mitunter mächtig ins Geld. Nicht, weil man mal wieder über die Stränge geschlagen hat, sondern weil für den Zahlvorgang eine Extra-Gebühr erhoben wird. Etwa bei der Buchung eines Billigflugs oder bei einer Online-Bestellung. Dass Händler und Servicedienstleister die Hand aufhalten, weil der Kunde seine Kreditkarte zückt, ist nicht ungewöhnlich. Die Unternehmen holen sich auf diesem Weg die Kosten zurück, die ihnen beim Zahlungsvorgang entstehen. Das will die novellierte EU-Richtlinie zu Zahlungsdienstleistungen künftig unterbinden.

Welche Gebühren erhoben werden und in welcher Höhe richtet sich nach dem Einkaufswert und der Art und Weise, wie der Kunde seinen Einkauf bzw. seine Bestellung bezahlen möchte. Ausgehend von einem Warenkorb von 100 Euro fallen mit einer Maestro-Card 30 Cent Gebühren an, mit einer Kreditkarte sind es 100 Cent. Hier setzt die EU künftig den Rotstift an und deckelt die Kosten. Bei Debitkarten wie der EC- oder girocard kostet der Zahlvorgang mit Inkrafttreten der Richtlinie 0,2 Prozent, bei Kreditkarten sollen es 0,3 Prozent sein – also deutlich weniger als momentan.

Das wird sich vor allem in den Kassen der Dienstleister und Einzelhändler bemerkbar machen. Die EU-Kommission rechnet alleine im Einzelhandel mit einer Ersparnis von sechs Milliarden Euro. Aktuell müssen die Firmen knapp zehn Milliarden Euro an Zusatzkosten einkalkulieren, wenn mit Kreditkarte gezahlt wird. Dass diese Ersparnis an die Kunden weitergegeben wird, halten Experten für fraglich. Sie rechnen eher damit, dass die Gebühren für die Kreditkarten steigen und komplett kostenlose Kreditkarten seltener werden. Da es noch ein wenig dauert, ehe die neuen Regeln gelten, sind das alles aber nur Spekulationen.

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