Automaten-Virus schluckt Kreditkarten

Donnerstag den 17.09.2015

Geldautomaten, an denen der Karteneinzug und die Tastatur manipuliert oder aber Mini-Kameras installiert wurden, sind inzwischen selten geworden. Das ist auch gut so. Nichtsdestotrotz sollten Verbraucher Vorsicht walten lassen, wenn sie mit ihrer Kreditkarte Geld abheben wollen. Der Hinweis, die Geheimzahl verdeckt einzugeben, steht nicht grundlos an allen Geräten. Doch das alleine könnte künftig nicht mehr reichen. Nachdem die rein mechanischen und elektronischen Maßnahmen ausgereizt sind, arbeiten Kriminelle zunehmend digital. Sie infizieren die Automaten mit einem Virus.

Darauf weist das Sicherheitsunternehmen FireEye hin. Die Experten skizzieren ein Szenario, bei dem der Geldautomat die Kreditkarten augenscheinlich einzieht. Dafür sorgt eine Schadsoftware. Sie blockiert die Rückgabe der Kredit- oder Bankkarten. Für Verbraucher eine unangenehme Situation. Denn sie müssen erst einmal Hilfe holen und mit einem Bankangestellten sprechen. Dieses Zeitfenster nutzen die Diebe, um die Karten aus dem Automaten zu nehmen. Damit wäre ihnen aber nur bedingt gedient. Deshalb sorgt die Software namens Suceful auch gleich dafür, dass die Kartendaten gelesen werden. Darüber hinaus schiebt der Virus der Automatensoftware einen Riegel vor. Sie ist nicht mehr in der Lage, Warnhinweise auszusprechen.

Das sind die ersten Untersuchungsergebnisse, die jetzt veröffentlicht wurden. Die Schadsoftware stammt offenbar aus Russland und wurde am 25. August programmiert. Um sie steuern zu können, benötigen die Täter lediglich die Tastatur der Automaten. Noch scheint sich der Schädling in der Test- und Entwicklungsphase zu befinden. Denn bislang gab es noch keine Meldung über infizierte Automaten. Für Banken und Kreditkartenunternehmen offenbart sich damit eine völlig neue Bedrohung, auf die es zu reagieren gilt. Vor allem aber bestätigen sich die Befürchtungen, dass die Cyberkriminalität langsam aber sicher das Ruder übernimmt.

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