Kreditkarten sollen China erobern

Dienstag den 28.04.2015

Die Geschäftszahlen der drei großen Anbieter Mastercard, Visa und American Express spiegeln den Boom wider: Kreditkarten sind gefragter denn je. Das Volumen der mit Karte getätigten Umsätze könnte sich in den kommenden acht Jahren sogar verdoppeln. Denn ein neuer Markt steht bereit, erobert zu werden. China öffnet die Tore für ausländische Unternehmen. Die Rahmenbedingungen, festgezurrt vom Staatsrat der Volksrepublik, stehen. Am 1. Juni ist es dann soweit. Bislang gibt es nur eine Kreditkarte im Land der aufgehenden Sonne: von China UnionPay.

Seit 2012 klopft die Welthandelsorganisation (WTO) regelmäßig an die Pforten des Landes. Mastercard, Visa und Co. waren dort bislang tabu. Das ändert sich jetzt und macht den Weg frei für ein gigantisches Terrain. Der chinesische Markt wies voriges Jahr ein Volumen von rund 6,8 Billionen US-Dollar auf. Die Zahl der Bankkarten wird auf 4,9 Milliarden geschätzt. Sollten die westlichen Kreditkarten in China sowohl vom Handel als auch von den Verbrauchern akzeptiert werden, stehen den Konzernen rosige Zeiten bevor. Schon jetzt klettern die Aktien durch die Decke.

Der Kurs der Visa-Aktie stieg seit 2008 um 70 Prozent. Bei Mastercard steht seit 2006 ein Zuwachs von rund 56 Prozent und bei American Express von 15 Prozent zu Buche. Auch hier sind die Geschäftszahlen – und vermutlich die Aussicht auf den chinesischen Markt – die treibende Kraft. Das Einkaufsvolumen der Visa-Kreditkarte kletterte 2014 um 12,4 Prozent auf 1,2 Billionen US-Dollar. Mastercard legte um 8,4 Prozent auf 607,1 Milliarden US-Dollar zu. Bei American Express wurden mit den Kreditkarten 684,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 8,1 Prozent. Abzuwarten bleibt jetzt, ob China tatsächlich zum gelobten Land für die Kreditkartenbranche wird.

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