Positionsdaten und QR-Code – alles für die Kreditkartensicherheit

Dienstag den 31.03.2015

Kreditkarten sind ein sicheres Zahlungsmittel, wenn man sich an die grundlegenden Spielregeln hält. Damit es auch dabei bleibt, arbeiten die Unternehmen mit Hochdruck an neuen Lösungen, um Kunden mehr Komfort und noch mehr Sicherheit zu bieten. In Kanada setzt die BMO Harris Bank dabei auf den QR-Code und eine App an Geldautomaten. In den USA nutzt Visa nach und nach die Standortdaten des Karteninhabers als zusätzliches Sicherheitsfeature. Zwei Optionen, auf die man hierzulande vermutlich noch ein wenig warten muss.

Der Grund, warum die BMO Harris Bank für das Geldabheben am Automaten ein neues System entwickelt hat: Kreditkartenbetrug hat in den USA nach wie vor Hochkonjunktur. Zum einen, weil die Kreditkarten noch mit dem leicht kopierbaren Magnetstreifen arbeiten. Zum anderen, weil deutlich öfter mit Kreditkarte gezahlt wird. Damit Betrüger zumindest am Geldautomaten keine Chance mehr haben, sich unrechtmäßig zu bereichern, wird der direkte Kontakt von Karte und Gerät künftig unterbunden. Dazu muss der Kunde eine App installieren. Möchte er das Portemonnaie füllen, wählt er am nächsten Automaten per Applikation „mobiles Geld“ und den Betrag, scannt den QR-Code auf dem Bildschirm und erhält sein Geld. Im Juni werden 900 Geldautomaten für einen ersten Test ausgerüstet.

Deutlich tief greifender, was womöglich den Datenschutz auf den Plan rufen könnte, sind die Pläne von Visa. Eine Applikation soll es dem Kreditkartenunternehmen erlauben, den Standort des Kunden festzustellen. Das soll vermeiden, dass Zahlungen – etwa im Urlaub – aufgrund eines Betrugsverdachts abgelehnt werden. Das kann passieren, wenn man gestern noch in Köln per Karte gezahlt hat und heute in einem Geschäft in Südamerika oder Australien etwas per Kreditkarte kaufen möchte. Da läuten bisweilen die Alarmglocken. Fälschlich abgelehnte Transaktionen sollen durch den Standortfaktor, der per App ermittelt wird, um 30 Prozent reduziert werden. Der Vorteil: Falls die Kreditkarte kopiert worden sein sollte, wird es auch für Betrüger schwerer, sie irgendwo im Ausland einzusetzen.

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