Herzlichen Glückwunsch: 65 Jahre Kreditkarte

Mittwoch den 18.02.2015

Dem Mythos nach hat vor 65 Jahren alles mit einer rückseitig signierten Visitenkarte begonnen. Frank McNamara soll nicht genug Geld im Portemonnaie gehabt haben, um die Restaurantrechnung zu bezahlen, und hinterlegte stattdessen seine Karte. Eine nette PR-Geschichte von Diners Club. Nichtsdestotrotz: Herzlichen Glückwunsch, Kreditkarte. Sie hat sich anfangs nur schwer durchsetzen können. Erst als ein renommierter Millionär die Kreditkarte in seinem Kaufhaus akzeptierte, ging es langsam bergauf. Inzwischen nutzen alleine in Deutschland 29 Millionen Verbraucher das Plastikgeld.

Die ersten Kreditkarten würde man heute als „unecht“ bezeichnen. Sie realisierten keinen Kredit, sondern gewährten eher einen Zahlungsaufschub. Die Beträge, die der Kunde mit der Karte umgesetzt hatte, wurden monatlich gesammelt und mussten auf einen Schlag beglichen werden. Nach diesem Prinzip arbeiten nach wie vor 24,8 Millionen Kreditkarten in der Bundesrepublik. Daneben gibt es die echten Kreditkarten, an denen Banken dank teils extrem hoher Zinsen ordentlich verdienen. Der Nutzer hat hier die Option, nur eine feste Rate oder einen Mindestbetrag zurückzuzahlen. Für den restlichen, noch ausstehenden Betrag werden Kreditzinsen in Rechnung gestellt.

Welche Variante im Einzelfall die bessere Wahl ist, muss jeder für sich entscheiden – idealerweise mithilfe eines Kreditkartenvergleichs. Daneben gibt es noch zwei weitere Alternativen: Die Prepaid-Kreditkarte, die für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde, und die Daily-Charge-Kreditkarte, bei der jeder Umsatz direkt über das Girokonto abgerechnet wird. An Auswahl mangelt es also nicht. In der Bundesrepublik bleibt trotzdem ein Hauch von Skepsis. In den vergangenen fünf Jahre stieg die Zahl der Nutzer laut Bundesbank nur um 20 Prozent. Wer indes eine Karte hat, nimmt sie auch in Anspruch. Die Zahl der Transaktionen schnellte um 60 Prozent nach oben.

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