Handel begrüßt EU-Verordnung zu Kreditkartenzahlungen

Mittwoch den 7.01.2015

Mit Kreditkarte zu bezahlen, ist längst nicht in allen Geschäften möglich. Einer der Gründe dafür sind die hohen Kosten aufseiten des Handels. Jedes Mal, wenn ein Kunde zu Mastercard oder VISA greift, sind Gebühren fällig. Angesichts des Konkurrenzdrucks und sinkender Gewinnmargen verzichten viele Inhaber deshalb auf ein Kartenterminal und damit vermutlich auch auf Umsatz. Denn Kredit- und Debitkarten werden als Zahlungsmittel immer beliebter. Umso erfreuter zeigt sich der Handelsverband Deutschland (HDE) über die Entscheidung der EU, die Gebühren für Kartenzahlungen zu deckeln.

Der Hauptgeschäftsführer des HDE, Stefan Genth, erklärte: „Das sind gute Nachrichten für den Handel und seine Kunden.“ Die Verordnung zur Deckelung der Gebühren stelle die Weichen für einen weiteren Ausbau der Kartenzahlung. Hier bestehe insbesondere im deutschen Einzelhandel noch viel Potenzial. Bislang mussten Händler bis zu drei Prozent des Umsatzes als Interbankenentgelt berappen, sobald ein Kunde mit Kreditkarte zahlte. Dank der Ende 2014 erzielten Einigung stehen jetzt 0,3 Prozent bei Kreditkarten- und 0,2 Prozent bei Debitkartenzahlungen zu Buche. Dadurch spart der Handel viel Geld. „Bei dem intensiven Wettbewerb wird diese Ersparnis auch den Kunden zugutekommen“, verspricht Genth.

Ein Thema brennt dem Handelsverband Deutschland allerdings noch auf den Nägeln: das Debitkartensystem Girocard. Auch hier müsse eine akzeptable Lösung gefunden werden. In der Pflicht sei die Bundesregierung. Sie könne die EU-Verordnung zum Anlass nehmen und das Entgelt auf fünf Cent beschränken. Nur so ließen sich gerechte Kostenstrukturen schaffen, meint der HDE. Damit werde den Kunden ein attraktives Zahlungsinstrument geboten und der Betrieb des Systems gesichert. Ob nun tatsächlich mehr Geschäfte ein Kartenlesegerät aufstellen und Debit- oder Kreditkarten annehmen, steht indes auf einem anderen Blatt.

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