Bargeld lacht, doch die Kreditkarte holt auf

Dienstag den 9.12.2014

Neuerungen rund um die Kreditkarte sind inzwischen fast schon an der Tagesordnung. Den größten Hype hat in diesem Jahr Apple ausgelöst. Die Zahlungsfreigabe per Fingerabdruck wurde als revolutionär gefeiert und in sämtlichen Medien bis ins Detail erklärt. So richtig angekommen sind viele der Trends hierzulande allerdings (noch) nicht. Die Deutschen setzen nach wie vor auf Bargeld, statt im Supermarkt oder beim Bäcker nach der Kreditkarte zu greifen. Das belegen die Zahlen der Bundesbank.

Laut der Daten aus dem Jahr 2011 werden 80 Prozent aller Transaktionen bar beglichen. Aber: Der Anteil am Gesamtumsatz liegt nur bei 53 Prozent. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele ist dennoch überzeugt: „Bargeld wird bis auf Weiteres das meistgenutzte Zahlungsmittel am Point of Sale (Verkaufsstelle) sein.“ Daran ändere auch der ausgerufene „War on Cash“ (Krieg dem Bargeld) nur wenig. Münzen und Scheine hätten weiterhin eine Zukunft. Ob die neuen Zahlen, die im kommenden Jahr präsentiert werden sollen, die gleiche Sprache sprechen, wird sich zeigen.

Sicher ist indes, dass immer mehr Bargeld im Umlauf ist. 2002 waren es noch 221 Milliarden Euro, Ende 2013 lag der Banknotenumlauf bereits bei 956 Milliarden Euro. Zum Jahreswechsel rechnet die Bundesbank damit, dass die 1.000 Milliarden-Grenze überschritten wird.

Spannend wird sein, wie sich die Kreditkarte in den nächsten Jahren im Vergleich zu anderen Zahlungsarten entwickelt. Derzeit greifen die Bundesbürger vermehrt zur EC-Karte – plus fünf Prozent in den ersten beiden Quartalen. Doch auch bei den Kreditkarten gibt es ein sattes Plus von 1,2 Millionen Stück. Hoffnungen setzt die Branche vor allem auf den Mobile-Payment-Sektor. Hier rechnet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC einen sprunghaften Anstieg der Umsätze auf über eine Milliarde Euro bis zum Jahr 2020.

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