Kreditkartenzahlung per Apple Pay verärgert Händler

Dienstag den 28.10.2014

Draht- und kontaktlos mit dem iPhone bezahlen: Schon in der Theorie wurde viel darüber diskutiert. Jetzt folgen die ersten Debatten, nachdem Apple Pay in der Praxis angekommen ist. Die Basis bildet die Near Feald Communication (NFC), die bei anderen Systemen schon seit Jahren integriert ist. Bestätigt wird die Kreditkartenzahlung dann per Fingerabdruck. Partner des Konzerns ist Mastercard. Denn letztlich handelt es sich bei Apple Pay um eine Variante des Bezahlsystems, das der Kreditkartenanbieter bereits etabliert hat.

Damit alles rund läuft, unterstützen die Kreditkarten-Lesegeräte fast allesamt den entsprechenden Funkstandard, und zwar weltweit. Nun haben zwei große Einzelhandelsketten quasi den Stecker gezogen. In 14.000 Filialen von CVS und Rite Aid konnte nicht mehr drahtlos bezahlt werden, wodurch auch Google Wallet als Konkurrenzprodukt aus dem Rennen genommen wurde. Damit wehren sich die Unternehmen gegen den Datenhunger von Apple. Denn die Kreditkartennummern behält Apple Pay für sich. Die Händler erhalten nur eine Transaktionsnummer, um die Zahlungsansprüche nachweisen zu können.

Damit ist es den Händlern nicht mehr möglich, den Einkauf einem bestimmten Kunden zuzuordnen und ein Profil zu erstellen. Das missfällt den Firmen, obwohl es für Verbraucher klare Vorteile hat. Sie müssen nicht mehr fürchten, dass Sicherheitslücken aufseiten der Händler zum Verlust der Kreditkartendaten führt. Wie lange die Drogerieketten den Boykott aufrechterhalten können, ist fraglich. Denn sie legen sich nicht nur mit Apple, sondern auch mit Mastercard an. In der Regel gilt: Schreibt der Kreditkartengigant vor, den drahtlosen Zahlungsverkehr wieder zu ermöglichen, muss der Handel reagieren.

Und das auch im Sinne der Kunden. Denn Verbraucher wollen selbst entscheiden, womit sie zahlen. Werden einige Systeme ausgeschlossen, wie jetzt Apple Pay, das sich angesichts der Reaktionen in den sozialen Netzwerken offenbar größter Beliebtheit erfreut, profitiert die Konkurrenz. Daran ändert auch der Umstand, dass Wallmart und Bestbuy ganz auf funkfähige Kartenleser verzichten, weil sie eigene, App-basierte Systeme etablieren wollen, nur wenig. Interessant ist indes, warum der ganze Zirkus veranstaltet wird: Es geht einzig und allein um die Hoheit über die Kundendaten.

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