Konzerne versichern sich gegen den Diebstahl von Kreditkartendaten

Mittwoch den 15.10.2014

Hacker haben es längst nicht mehr nur auf einzelne Kreditkartendaten abgesehen. Die Zahl der Phishing-Attacken und Phishing-Seiten nimmt zwar weiterhin stetig zu, und so mancher Verbraucher dürfte in die Falle tappen. Doch für den richtig großen Coup nehmen Cyberkriminelle immer öfter Firmen ins Visier, um in deren Systemen nach Kunden- und Kreditkarteninformationen zu stöbern. Eines der Opfer war Target, eine US-amerikanische Einzelhandelskette. Dort wurden im vorigen Jahr 40 Millionen Datensätze samt der Geheimzahlen erbeutet. Der Schaden summiert sich bis heute auf 235 Millionen US-Dollar.

Meldungen über ähnliche Diebstähle häufen sich inzwischen. Für Kunden äußerst ärgerlich, wenn sie erfahren, dass die Kreditkarte von Fremden benutzt wurde. Für die Unternehmen gehen solche Vorfälle mit einem enormen Vertrauensverlust einher. Deshalb wird fleißig in die IT investiert. Das nützt allerdings nur wenig, wenn nicht auf die Meldungen der Sicherheitssoftware reagiert wird. So wie bei Target. Dort schlug das System gleich sechs mal Alarm. Aufgrund vorheriger Fehlalarme wurde dem allerdings keine Beachtung geschenkt. So konnten elf Gigabyte Daten verschickt werden. Sie landeten unter anderem in Russland und werden seither zum Verkauf angeboten – teils mit Geld-zurück-Garantie, sollte die Kreditkarte gesperrt worden sein.

Zusätzlich zu den technischen Maßnahmen greifen viele Konzerne mittlerweile auf spezielle Cyber-Versicherungen zurück. Der Markt boomt. 2013 nahmen die Versicherer in den USA 1,5 Milliarden US-Dollar an Prämien ein. Der Wert könnte bis Ende 2014 auf fünf Milliarden US-Dollar steigen. In der Bundesrepublik halten sich die Firmen diesbezüglich noch zurück, auch weil hierzulande ein anderes Schadenersatzrecht gilt. Versicherungsexperten gehen jedoch davon aus, dass auch in Deutschland künftig immer öfter Versicherungen gegen den Diebstahl von Kreditkartendaten abgeschlossen werden. Denn im Fall der Fälle müssten sich die Verantwortlichen fragen lassen, warum sie auf die Police verzichtet haben.

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