EU schrumpft die Kreditkartengebühren

Dienstag den 16.09.2014

Die exakten Kostenstrukturen von Kreditkarten sind vielen Kunden unbekannt. Sie wissen zwar um die Jahresgebühr und vermutlich auch den Preis, den sie für Bargeldabhebungen an Automaten zahlen. Geht es indes um die Gebühren, die im Hintergrund fließen, etwa wenn die Visa– oder Mastercard online oder bei einem ausländischen Händler zum Einsatz kommt, werden Verbraucher eher indirekt belastet. Genau um diese Gebühren brodelt schon seit Jahren ein Streit, in dem jüngst der Europäische Gerichtshof ein Machtwort sprach. Adressat: Mastercard.

Gegenstand des Verfahrens, das sich schon länger hinzieht, waren die überhöhten Gebühren in Form der sogenannten multilateralen Interbankentgelte (MIF). Diese Verarbeitungsgebühren werden erhoben, wenn ein deutscher Kunde im Ausland mit seiner Kreditkarte bezahlt. Die Kosten gehen zwar erst einmal zulasten des Handels. Allerdings dürften die Interbankentgelte sich auch in der Kalkulation niederschlagen. Kurzum: Kunden zahlen die MIF über höhere Preise.

Die Gebühren sind, betonen sowohl die EU-Kommission, die den Stein 2007 ins Rollen brachte, als auch die der Europäische Gerichtshof, nicht grundsätzlich unzulässig. Der Streit betrifft daher in erster Linie die Höhe der Interbankenentgelte. Aus Sicht von Experten hat Mastercard die Hand diesbezüglich besonders weit aufgehalten und deutlich mehr verlangt als nötig. Den Händlern wurde bis zu ein Prozent des Kaufpreises in Rechnung gestellt. Inzwischen hat das Unternehmen – in Absprache mit der EU – die Gebühren nach unten korrigiert und werden höchstens 0,3 Prozent berechnet. Zum Vergleich: Beim Kauf mit einer ec-Karte fallen 0,2 Prozent an. Für den Handel in Deutschland hat das Urteil (Rechtssache C-382/12 P) Signalwirkung. Jetzt hofft man, dass das Bundeskartellamt reagiert und den Entgelten für innerdeutsche Zahlungen den Garaus macht.

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