Kreditkartenfirmen kooperieren mit Apple

Dienstag den 2.09.2014

Apple meint es ernst. Der Konzern steigt mit der neuen iPhone-Generation, die kommende Woche vorgestellt werden soll, jetzt auch in den Bereich der mobilen Zahlungsabwicklung ein. Mit an Bord sind die drei größten Kreditkartenanbieter Visa, MasterCard und American Express. Im Gegensatz zu anderen Firmen, die sich im Mobile Payment versuchen, hat Apple einen entscheidenden Vorteil: 800 Millionen Kunden weltweit, von denen viele bereits ihre Kreditkartendaten hinterlegt haben. Künftig reicht dann eine kurze Berührung des Home-Buttons, um im Restaurant oder Supermarkt zu bezahlen.

Für diesen Schritt nahm sich Apple einer Technologie an, die das Unternehmen bislang bewusst ignoriert hatte: der near field communication (NFC). Sie ist derzeit eine der Voraussetzung für kontaktlose Bezahlsysteme. Das Smartphone tauscht dabei die für die Transaktion relevanten Daten mit dem Kassen-Terminal aus. In den USA werden dafür gerade die Grundlagen geschaffen. Weil die Kreditkarten nach und nach vom Magnetstreifen auf das Verfahren mit Chip und PIN umgestellt werden, erfolgt gleichsam ein Austausch der Geräte in den Geschäften hin zur NFC-fähigen Technik.

Kunden können die Zahlung dann künftig sehr wahrscheinlich – diesbezüglich herrscht noch Unklarheit – mit ihrem Fingerabdruck autorisieren. Das System „Touch ID“ samt Fingerabdruck-Sensor gibt es seit dem iPhone 5s. Ansonsten nutzt Apple ausschließlich bestehende Zahlungsverkehrssysteme und wird sich aller Voraussicht nach auf den Kontakt mit den Kunden beschränken. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Bezahlfunktion als Anker für weitere Leistungen genutzt wird, zum Beispiel Coupons oder Kundenbindungsprogramme. Ob der Konzern damit auch in der Bundesrepublik Fuß fasst, bleibt abzuwarten.

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