MasterCard setzt auf kontaktloses Bezahlen

Dienstag den 22.07.2014

Früher machte es ritsch-ratsch und war das Bezahlen mit Kreditkarte noch ein „handfester“ Vorgang. Heute muss die Karte in ein Terminal gesteckt, eine Geheimzahl eingegeben oder der Beleg unterschrieben werden. Auch das soll bald der Vergangenheit angehören – unter anderem, weil es zeitaufwendig ist. Die Zukunft heißt Near Field Communication, kurz NFC, hat hierzulande aber noch nicht so richtig Fuß gefasst. Deshalb macht MasterCard jetzt Druck. Akzeptanzstellen des Kreditkartenunternehmens müssen künftig Zahlungen per NFC ermöglichen. Dazu sollen alle Geräte auf den neusten Stand gebracht werden.

Der NFC-Zwang belegt einmal mehr, in welche Richtung der Kreditkartenmarkt tendiert. Die Plastikkarten bleiben im Portemonnaie und dürfen sich dort ausruhen. Benötigt werden künftig nur noch die Karteninformationen, die im Smartphone gespeichert sind und später mit dem Terminal ausgetauscht werden. „Die Branche versucht schon länger, den NFC-Nahfunk als Standard für künftige Bezahldienste zu etablieren, auch weil er die Tür zu digitalen Portemonnaies in Smartphones öffnet“, schreibt das Handelsblatt.

Noch fruchten diese Bemühungen nur mäßig. 700.000 Akzeptanzstellen von MasterCard gibt es in Deutschland. Gerade einmal fünf Prozent davon sind in der Lage, kontaktlose Zahlungsvorgänge zu verarbeiten. Zum Vergleich: Im polnischen Handel sind bereits 25 Prozent der Geräte NFC-fähig. Warum der Zug in der Bundesrepublik nur langsam in Fahrt kommt, lässt sich nur schwer erklären, zumal immer mehr Kreditkartenzahlungen vorgenommen werden.

Unterschieden werden muss beim NFC-Verfahren, wie der Rechnungsbetrag später verrechnet wird. Das System von MasterCard nennt sich „paypass“ und funktioniert wie „payWave“ von Visa. Sämtliche Zahlungsvorgänge werden über das Kreditkartenkonto des Kunden abgerechnet. Die Deutsche Kreditwirtschaft geht einen anderen Weg. Verbraucher, die per Funk mit dem Smartphone bezahlen wollen, müssen bei „girogo“ vorher Geld aufladen. Das erinnert ein wenig an die Geldkarte, ist aber deutlich moderner und bietet aufgrund des selbst gesetzten Limits auch mehr Sicherheit.

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