Kreditkarten mit EMV-Chip jetzt auch in den USA

Dienstag den 8.07.2014

Die Kreditkarte zählt in den USA zu den wichtigsten Zahlungsmitteln und wird so selbstverständlich gezückt wie bei uns der 10-Euro-Schein. Dementsprechend besitzen die meisten Haushalte nicht nur eine, sondern gleich mehrere Karten unterschiedlicher Anbieter. Sicherheitstechnisch lebt man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten indes noch immer hinterm Mond. Während der EMV-Chip in Europa längst seinen Siegeszug angetreten hat und Datendieben das Leben schwer macht, setzt man in den Vereinigten Staaten nach wie vor auf Magnetstreifen und Unterschrift – bis jetzt.

Das soll sich ändern. Spätestens zu Ende 2015 ist geplant, knapp 41 Prozent der Debitkarten und 70 Prozent der Kreditkarten mit einem der modernen EMV-Chips auszustatten. EMV ist ein Sicherheitsstandard, benannt nach den Gesellschaften, die für die Entwicklung verantwortlich zeichneten: Europay International, Visa und Mastercard. Der Chip gilt im Gegensatz zum Magnetstreifen als fälschungssicher. Das ist einer der Gründe dafür, dass die Zahl der Skimming-Fälle – der Datenklau über manipulierte Kartenleser und Geldautomaten – in vielen Ländern rückläufig ist.

Die Täter konzentrieren sich jetzt zunehmend auf die USA, weil der Chip hier noch nicht zum Einsatz kommt. Das spiegelt sich in der Zahl der Betrugsfälle wider. Sie steigt inzwischen jährlich um bis zu 30 Prozent. Dem soll ein Riegel vorgeschoben werden. Daher steigen die Vereinigten Staaten – übrigens als letztes der G20-Länder – auf den EMV-Chip um. Ein weiterer Grund: US-amerikanische Kreditkarten werden in Europa oft nicht akzeptiert, eben weil sie keinen Chip haben. Daraus resultieren unnötige Probleme. Mit dem neuen System ändern sich in den USA auch die Haftungsbestimmungen. Arbeitet ein Händler mit veralteten Lesegeräten und kommt es zum Schaden, wenn ein Kunde mit neuer Karte zahlt, wird der Händler und nicht mehr die Bank in die Pflicht genommen.

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