Kreditkartenfirmen bangen um ihr Russlandgeschäft

Dienstag den 13.05.2014

Das erste Quartal 2014 verlief für Mastercard außerordentlich gut. Die Kauflust der Verbraucher katapultierte den Gewinn des Kreditkartenunternehmens um 14 Prozent auf 870 Millionen US-Dollar nach oben. Firmenchef Ajay Banga erklärte Anfang Mai, man habe das Ergebnis „trotz einer durchwachsen laufenden globalen Wirtschaft“ steigern können. Abgewickelt wurden Zahlungen über insgesamt eine Billion US-Dollar (plus 14 Prozent). Dadurch verbesserte sich der Umsatz auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Doch es droht Ungemach aus Russland.

Aufgrund des Ukraine-Konflikts und der von den USA und der EU ergriffenen Maßnahmen wurde auch die russische Regierung aktiv. Zum 1. Juli greift ein neues Gesetz. Demnach müssen ausländische Kreditkarten-Firmen künftig eine Sicherheitsleistung bei der Zentralbank des Landes hinterlegen. Vorgesehen ist eine Zahlung in Höhe von zwei Tagesumsätzen. Für Mastercard und Visa, die täglich rund 1,9 Milliarden US-Dollar in Russland umsetzen, beträgt die Kaution also knapp 3,8 Milliarden US-Dollar. Beide Unternehmen fürchten jetzt einen Rückgang der Umsätze. Visas Marktanteil in Russland beträgt etwa 60 Prozent. Mastercard kommt auf 35 Prozent und macht laut eigener Angaben knapp zwei Prozent des Umsatzes auf dem russischen Markt.

Damit nicht genug, plant Russland ein eigenes Kreditkartensystem. Ziel ist die Unabhängigkeit von ausländischen Zahlungsdienstleistern. Damit schneidet sich das Land möglicherweise ins eigene Fleisch. Ein derart isolierter Zahlungsverkehr würde verhindern, dass Urlauber mit den gängigen Kreditkarten von American Express, Visa und Mastercard in Russland bezahlen können. Die Folgen für die Tourismusbranche sind kaum abzusehen. Darüber hinaus hätten auch russische Verbraucher kaum eine Chance, ihre Rechnungen im Ausland mit der „hauseigenen“ Kreditkarte zu begleichen. Die „Putin-Card“ wäre also ein rein nationales Stück Plastik.

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