Problematisch: die Schulden-Klausel bei Prepaid Kreditkarten

Mittwoch den 23.04.2014

Der Blick ins Kleingedruckte kann auch bei Kreditkarten nicht schaden. Diese Erfahrung haben in der Vergangenheit insbesondere Verbraucher mit Prepaid-Kreditkarten gemacht. Denn das Versprechen, dass nur über das vorab eingezahlte Guthaben verfügt werden kann und das Konto nicht überzogen wird, erweist sich mitunter als schwammig. Aus der gewünschten Kostenkontrolle wird dann ein Glücksspiel.

Das Problem: In einigen Verträgen finden sich „elastische“ Überziehungs-Klauseln. Sie greifen meist dann, wenn beim Bezahlen keine Online-Verbindung besteht und der Einkauf nicht direkt mit dem Guthaben verrechnet wird. In dem Fall ist es nicht möglich, zu kontrollieren, ob noch genug Geld auf dem Kartenkonto ist, um die Transaktion zu begleichen. Ist das Kreditkartenkonto später nicht ausreichend gedeckt, wird es teuer. Sollten Karte und Girokonto eine Einheit bilden, kommt es zur Lastschrift. Gerät dadurch auch das laufende Konto ins Soll, werden Dispo- oder gar Überziehungszinsen fällig.

Die Verbraucherzentralen sind angesichts dieser Kostenfalle hellhörig geworden. Aus Bayern heißt es: „Wo Prepaid draufsteht, muss auch Prepaid drin sein.“ Die Düsseldorfer Verbraucherzentrale ging noch einen Schritt weiter und mahnte einige Banken ab. Die meisten reagierten und gaben eine Unterlassungserklärung ab. Die PSD Bank Rhein Ruhr will die entsprechenden Kreditkarten künftig nicht mehr als „prepaid“ bezeichnen. Widerstand leistet derzeit nur die Hamburger Sparkasse. Ob die Klauseln für die Prepaid Kreditkarten rechtens sind, muss jetzt ein Gericht klären.

Am Umstand, dass die Karten gerade für Kinder und Jugendliche ideal sind, aber auch für Erwachsene, die mehr Sicherheit wünschen, ändert diese Problematik wenig. Prepaid Kreditkarten gelten auch unter Verbraucherschützer als sinnvolles Zahlungsmittel. Wichtig sei, so Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW, sich vorab zu informieren, ob es eine Schulden-Klausel gibt.

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