Kreditkarten auch für Kinder

Dienstag den 17.12.2013

Sie wurde als wichtige Errungenschaft gefeiert: die erste Kreditkarte für Minderjährige. Mit ihr hielt das Prepaidmodell Einzug auf dem deutschen Kartenmarkt. Zielgruppe waren seinerzeit Jugendliche ab 14 Jahren. Sie sollten mit dem Plastikgeld endlich die Möglichkeit haben, nicht nur T-Shirts im Internet, sondern vornehmlich die Gebühren für Onlinespiele aus eigener Tasche bezahlen zu können. Inzwischen ist die Kreditkarte mit 14 längst überholt bzw. fast schon Normalität. Die Banken schielen jetzt auf eine deutlich jüngere Klientel.

Mit sieben Jahren bereits eine VISA- oder MasterCard im Geldbeutel zu haben, ist durchaus denkbar. Angeboten wird die aufladbare Kreditkarte für die Jüngsten von Wüstenrot. Die übrigen Institute hangeln sich erst langsam zurück und verharren derzeit noch auf den Stufen von zwölf bis 14 Jahren. Wie lange es dauern wird, bis auch sie den Schritt an die Grundschulen wagen, ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Kritik an der Kreditkarte für Kinder wird indes jetzt schon laut. Der Psychologe Professor Dr. Siegfried Preiser erklärte in der Bild-Zeitung: „Grundschulkinder sollten unbedingt Bezug zu physischem Geld haben, den Umgang mit Scheinen und Münzen kennenlernen.“ Bargeldlose Zahlungsmittel wie die Kreditkarte seien ab der Pubertät geeignet. Doch selbst dann drohe die „Verführbarkeit durch die Verfügbarkeit“. Oder anders ausgedruckt: Die Jungen und Mädchen erkennen nicht, dass Geld eine begrenzte Ressource darstellt.

Neben diesen eher kritischen Aspekten gibt es allerdings auch einige positive Eigenschaften der Prepaid-Kreditkarten. Sie können nicht grenzenlos belastet werden, sodass sich keine Schulden anhäufen. Das Limit wird durch die Einzahlung gesetzt. Viel wichtiger aber: Der Nachwuchs wird sukzessive an die moderne Finanzwelt und neue Zahlungsmittel herangeführt, wobei die Eltern immer einen Blick auf die Transaktionen der Kinder werfen sollten.

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