Skepsis bei biometrischen Bezahlsystemen

Dienstag den 1.10.2013

Um die Sicherheit bei Kreditkarten weiter zu erhöhen, arbeiten die am Zahlungsverkehr beteiligten Unternehmen ständig an neuen Systemen und Features. Doch nicht alle Ideen kommen bei deutschen Verbrauchern gut an. Das gilt zum Beispiel für die biometrische Identitätskontrolle. Laut einer von der Unternehmensberatung Steria in Auftrag gegebenen Studie lehnt immerhin ein Drittel der Bundesbürger die Zahlungsfreigabe mit elektronischem Unterschriftenabgleich oder per Fingerabdruck ab. Sie bevorzugen die persönliche Identifikationsnummer (PIN) oder die Signaturkontrolle durch den Verkäufer.

Unsere europäischen Nachbarn zeigen weniger Berührungsängste. Sie sehen in den biometrischen Systemen zu 45 Prozent einen adäquaten Ersatz für die PIN. Zum Einsatz kommen diese Formen der Informationstechnologie bereits in vielen anderen Bereichen, etwa um Patientendaten zu schützen oder bei der Bearbeitung von Asyl-Anträgen. Geht es um die Strafverfolgung (78 Prozent) oder um Sicherheitsmaßnahmen an Gebäuden (64 Prozent) sind deutsche Verbraucher deutlich zugänglicher für die Verfahren, bei denen biometrische Merkmale wie der Fingerabdruck in den Mittelpunkt rücken.

Sobald aber der persönliche Alltag betroffen ist, zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt, der mit Kreditkarte bezahlt wird, gewinnt die Skepsis überhand. Sorge bereiten die neuen Technologien vor allem hinsichtlich der Privatsphäre. Um die Akzeptanz zu steigern, empfehlen die Experten von Steria Mummert Consulting, die Umstellung auf biometrische Konzepte so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Nur so könne der bargeldlose Zahlungsverkehr auf Dauer noch sicherer gestaltet werden. Für die Studie wurden Verbraucher in Deutschland (1.000 Teilnehmer), Dänemark, Frankreich, Schweden, Norwegen und dem Vereinigten Königreich befragt.

Einen Kommentar schreiben: