Die Psychologie der Kreditkarte

Donnerstag den 22.08.2013

Wissenschaftler der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) haben das Thema Finanzen aus psychologischer Sicht untersucht und kommen zu einem überraschenden Ergebnis: „Kreditkarten wirken wie eine Betäubungsspritze.“ Ähnlich formuliert es auch Dominik Georgi. Er ist Bankenprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management und sagt: „Menschen tut es weh, Geld auszugeben, und Kreditkarten lindern anfangs diesen Schmerz. Die Nachwirkungen der Therapie aber sind erheblich.“

Verwirrend? Ganz sicher. Doch die Aussagen beruhen allesamt auf Untersuchungen der Hirnaktivität. Sobald die Probanden mit Bargeld bezahlen sollten, wurden die Hirnregionen aktiv, die für das Empfinden von Schmerz zuständig sind. Die gleiche Wirkung hat übrigens auch die Girokarte, weil das Geld umgehend vom Konto abgebucht wird. Die Forscher bezeichnen dieses Phänomen als Schmerz des Zahlens (Pain of Paying). Wird jedoch die Kreditkarte gezückt, sind im Schmerzzentrum die Erregungen nicht feststellbar.

„Beim Zahlen mit Bargeld kommt es zu einem physischen Akt der Trennung, der uns Unwohlsein bereitet. Beim Einsatz der Kreditkarte hingegen haben wir nicht das Gefühl, etwas zu verlieren, und geben gerne mehr aus“, so die Erklärung von Dominik Georgi. Gleichzeitig warnt er, dass Kreditkarten ein intransparentes und auch teures Zahlungsmittel sind. Bis zu 39 Euro Jahresgebühr kostet eine Master- oder VISA-Card. Komplett kostenlose Kreditkarten sind aus Sicht der FMH-Finanzberatung eher selten und bilden deshalb eine Ausnahme.

Als besonders riskant gelten die „Revolving Credit Cards“, die einen dauerhaften Kredit über viele Monate einräumen, der in kleinen Raten abbezahlt wird (genauere Informationen hier). Dafür verlangen die Unternehmen im Schnitt 14,4 Prozent Zinsen. Daher ist es ratsam, sich vorab genauer mit den Konditionen der Kreditkarte zu befassen, angefangen bei der Jahresgebühr bis hin zum Abrechnungsmodus. Einen ersten Eindruck liefert unser Kreditkartenvergleich für kostenlose Kreditkarten. Ob und wie sich Prepaid-Kreditkarten auf das Hirn auswirken, verrät die Studie leider nicht.

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