Schweden: Kreditkarte statt Bargeld

Donnerstag den 28.02.2013

Haben Münzen und Scheine im Portemonnaie bald ausgedient? In Schweden werden die Weichen in diese Richtung gerade gestellt. Die Swedbank kündigte an, künftig kein Bargeld mehr anzunehmen oder an die Kunden auszuzahlen. Ähnlich agieren auch andere Kreditinstitute. Sie versprechen sich von dieser Maßnahme vor allem mehr Sicherheit. Auf der Internetseite der Swedbank heißt es zudem: „Das bedeutet, dass wir mehr Zeit aufwenden, um Dich zu treffen. Und weniger, um mit Bargeld zu hantieren.“

An der Akzeptanz von Kreditkarten wird das Vorhaben in Schweden ganz sicher nicht scheitern. Dort ist es durchaus üblich, auch am Kiosk oder in der Imbissbude mit Karte zu zahlen. Und in den Bussen bedarf es eines Mobiltelefons, um ein Ticket zu erhalten. Das Problem bei dieser vom „Svenska Dagbladet“ als „Revolution der Banken“ bezeichneten Umstellung von Hartgeld auf Plastik: Vor allem ältere Bürger können sich nur schwer mit Kreditkarten oder auch Geldautomaten anfreunden. Das gilt zum Beispiel für den Stockholmer Stadtteil Östermalm. Hier wohnen laut „Merkur Online“ die ältesten und auch reichsten Bürger des Landes.

Sie sträuben sich gegen die Pläne der Banken und reagieren mit Beschwerden. Viele Bankkunden berufen sich darauf, dass sie das Geld schließlich eingezahlt und auch noch Kontoführungsgebühren dafür berappt hätten, jetzt aber kein Bargeld mehr erhielten. Andere mahnen, dass Käufe per Kreditkarte jederzeit nachvollzogen werden können und damit die Anonymität nicht länger gewahrt bleibe. Kritik kommt auch von den Medien. Sie werfen den Banken vor, lediglich kassieren zu wollen. Denn für jeden Kauf mit Master- oder VISA-Card erhalten die Kreditinstitute rund zehn Cent.

Zumindest die Gewerkschaften stehen hinter den Plänen. Sie erklären: „Wo es kein Bargeld gibt, gibt es keine Raubüberfälle.“ Und der Handel freut sich, weil Studien zufolge mehr Geld mit der Kreditkarte ausgegeben wird als mit Bargeld. Übrigens: Auch andere Länder sind sukzessive dabei, Bares von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Bei Summen über 1.000 Euro ist es in Italien zum Beispiel nicht mehr gestattet, cash zu zahlen.

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