Skimming und Phishing sind „Kleinkram“?

Donnerstag den 7.02.2013

70.000 US-Dollar findet man nicht alle Tage in einem Ofen. Es sei denn, man arbeitet für das FBI und ermittelt in einem der größten Fälle von Kreditkartenbetrug seit Jahren. Dabei hatten es die Täter nicht auf die Daten realer Personen abgesehen und die Kreditkarteninformationen per Skimming oder Phishing (Erklärung) besorgt“. Sie ergaunerten mit einem Geflecht aus Scheinfirmen und erfundener Identitäten mehr als 200 Millionen US-Dollar, also knapp 147 Millionen Euro.

18 Tatverdächtige gibt es. 13 Personen wurden bei einer Razzia in New Jersey, New York, Pennsylvania und Connecticut bereits festgenommen. Viele der Betrüger seien vorher arbeitslos und später mit Luxuskarossen unterwegs gewesen. Ihre Masche setzte weniger auf kurzfristige oder zufällige Erfolge, sondern auf den langfristigen Geldfluss. Der wurde nun jäh unterbrochen. Bis die Behörden das gesamte Netzwerk erfasst und sämtliche Kanäle ermittelt haben, wird es allerdings noch dauern. Die Täter schufen mehr als 7.000 falsche Identitäten, nutzten über 1.800 Postadressen, schönten die Angaben zur Kreditwürdigkeit und gründeten mehre Scheinfirmen. Die Kreditkarten, insgesamt 25.000, wurden später eifrig belastet. Das Geld aber nie zurückgezahlt.

Wie weit die Betrüger aus den USA ihr Netz gespannt haben, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Sicher ist nur, dass Überweisungen Richtung Indien, China, Japan und auch in die Vereinigten Arabischen Emirate getätigt wurden. Es gibt also viel zu tun für das FBI und die übrigen Behörden, die an den Ermittlungen beteiligt sind. Werden die Täter verurteilt, müssen sie mit 30 Jahren Haft rechnen. Zudem wird das gerade erst gefüllte Portemonnaie bei Geldbußen von bis zu einer Million US-Dollar wieder ziemlich dünn.

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